Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 6 (8.2.1840)
- Article
- Die gemischten Ehen
- Date
- 1840-02-08
- Page
- 93 (sequence 4)
- Language
- German
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95 W Die gemischten Ehen. Literarische Ankündigungen. beim Mondschein Wolle spinnen (Traktat Sota Kap. 6.). An die Stelle dieser Vorschriften sind jedoch jetzt allgemein die Gesetze des Landrechts getreten, welche es selbst bei einem erwiesenen Ehebruch vom Mann abhangm lassen, ob er deshalb eine Scheidung nachsuchen will. Der andere Fall beruht auf Mischna 6. Kap. 6. des Traktats Jebamot. Darin ist dem Juden, der zehn Jahre mit einem Weibe gehauset und kinderlos geblieben, befohlen, entweder sie zu verstoßen oder eine andere dazu zu nehmen. Das letztere ist nach dem A. L. R. nicht mehr zulässig, und es läßt auch in ersterem Fall keinen Zwang zu. Es hangt lediglich vom Manne ab, ob er wegen Kinderlosigkeit eine Scheidung nachsuchen will. Ein ferneres Bedenken könnte man aus kirchlichem Standpunkt von der Kinder-Erziehung hernehmen, denn ein Jude wird, seinen Religions-Grundsätzen nach, die Kinder aus seiner Ehe mit einer Christin als Juden erziehen lassen wollen. Die Kirche, welche die Seligkeit aller ihrer Angehörigen ms Auge faßt, wird ihre Sorg« falt auch auf deren Abkommen erstrecken, und ihnen ein Sakrament ertheilen wollen, ohne welches die Seligkeit nicht möglich ist. Lieber wird sie es sehen, daß ungetauste Christen-Abkömmlinge ungeboren bleiben. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. An diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [13.] Durch den Unterzeichneten, so wie durch alle Buchhandlungen sind zu beziehen: oder Studien über die ältesten Schriften der jüdischen Literatur, in 142 Kritiken (Nsssgot) über die treffliche Aunz'sche Schrift: „Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden." Herausgegeben von Eljakim Ben-Jehiicla Milsahagi, ehemaligem Rabbinen zu Smiloff. 4. brosch. Preis 1 Thlr. 12 Gr. Diese schätzbare Schrift, vielleicht die einzige in der jüdischen Literatur, welche ganz der Kritik gewidmet ist, enthalt auch einen historischen Abriß über den Studiengang in der Philosophie und Kabbala bei den Juden. £14J n b-2 p m 2 n s n oder die Schrift und die Überlieferung. Ein fortlaufender Commentar zum Pentateuch, in welchem die Deutungen der alten Tradition durch eine grammatische und historische Analyse des heiligen Textes bestätigt werden und zugleich die wunderbare Uebereinstimmung der Tradition und der Schrift durch eine genaue Exegese, mit Berücksichtigung der neuesten Forschungen nachgewiesen wird, von Jakob Zebi Meklenburg, Oberrabbiner in Königsberg. In 8. Preis: 2 Thaler. Diese für Exegese der fünf Bücher des göttlichen Gesetzes höchst wichtige Werk, über dessen Tendenz und Stellung in der exegetischen Literatur die Israelitischen Annalen und die AUg. Zeit. d. I. bereits sehr günstig geurtheilt haben, empfehlen wir schon deshalb dem jüdischen Publikum, da der Verfasser die neuesten linguistischen Forschungen zu seiner Verteidigung der tradltw aalen Exegese benutzt hat. [15.] Durch den Unterzeichneten, so wie durch alle Buchhandlungen sind zu beziehen: “ I? D i> 3 N oder hebräisches Trauerlied über den Tod des gelehrten Talmudistm Hal)M Mosclie $ofer, Rabbinen zu Presburg, verfaßt von M. E. Stern> in Wien. In 8. Preis: 4 Gc. b. Dieses hebräische Gelegenheitsgedicht, von dem durch sein Tiferet ha-Ti sch bi bekannten Verfasser, dürfte sowohl den Verehrern des seligen S o fe r, als auch den Freunden dev neuhebräischen Literatur vorzüglich zu empfehlen sein. C. L. Fritzsche. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.