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Der Orient · 1840-02-08 · Heft 6 (8.2.1840) · p. 43

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 6 (8.2.1840)
Article
Hebron: Zustand der Juden daselbst ; die Machpela
Date
1840-02-08
Page
43 (sequence 3)
Language
German
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43 zu dem engen Hoftaum, der zwischen den Ringmauern und dem Tempelgebäude herumläust, gefragt, ob es nicht erlaubt sei, wenigstens in diese Außenräume hineinzutreten; sie hatten 200 Piaster für die Begünstigung begehrt, einmal da innen um die Moschee herumzugehen. Heute schien es, als ob sie mit einer geringeren Summe sich wollten absinden lassen, da wir aber von unsern Führern erfahren hatten, daß es außer- und oberhalb der Mauern Punkte gäbe, von wo aus der äußere Umriß des Gebäudes viel besser könne in Augenschein genommen werden, als von dem dunkeln Hoftaume, begnügten wir uns damit, durch die vergitterte Oeffnung, bei welcher es auch den Juden ertaubt ist dazustehen und zu beten, hineinzuschauen nach den Vorhallen. Was das Innere des Gebäudes betrifft, dem die Andacht der Christen und Israeliten bis jetzt sich noch vergeblich zu nahen bemüht, so kann ich bei dem was ich von ihm erwähne nur die Berichte fremder Augenzeugen geben, deren letzter und jüngster für mich unser arabischer Knecht Muhammed war, der mehcmalen in die Moschee hineinging, und auf mein Ermahnen Alles so genau als möglich betrachtete. Der älteste Beschreiber jenes Innern ist der jüdische Geschichtschreiber Josephus, der die Grabstätte der Erzväter besuchte und sähe. Zwar stand zu seiner Zeit noch kein Tempelgewölbe über der zwiefachen Höhle, sie selber aber hatte schon die Verehrung der jüdischen Herrscher mit Marmor ausgetäfelt und bekleidet. Die eigentliche Höhle, deren Eingang gegen Südwest zu liegen scheint, ist zwar sehr vergittert, oben darüber'aber sah der Engländer Mo uro, der unter Ibrahim Pascha's Schutz das Kirchenschiff betrat, eben so gut, als unser Knecht Muhammed jene hüttenartigen Kenotaphien in türkischem Geschmack, deren jedes einem der Erzväter gewidmet ist. Hat doch die Sorgfalt der Moslemen hier auch des Esau gedacht; denn auch für diesen ist, ein wenig seitwärts von den andern, ein Kenotaphium errichtet. Frankreich. Pcsvis, 23. Jan. Es heißt hier allgemein, daß der deutsche Orientalist, Herr Salomon Munk, nun eine bedeutende Stelle an der königlichen Bibliothek erhalten wird. Mit ihm soll auch ein anderer deutscher Orientalist, Herr Mohl, eine Anstellung finden. Der Capitole zwar enthalt einen sehr heftigen Artikel gegen diese Versorgung der Ausländer, und' polemisirt heftig gegen das Eindringen der Fremden auf diesen wichtigen Posten,> allein das französische Volk hat sich längst daran gewöhnt, bei der Verwendung der geistigen Kräfte nur auf Capaciiät aber nicht auf Nationalität zu sehen. Herrn Munk ist aber ganz besonders ein Nuhepunkt nach langem Warten zu gönnen; er hat vor zwölf Jahren seinem Vaterlande die Kräfte seines Geistes angeboten, und es stieß ihn um seines Glaubens willen zurück. —• Von der unerquicklichen Korrespondenz über Angelegenheiten der Culrusreformen, die bis jetzt noch dazu ganz ohne Erfolg waren, schweige ich für jetzt ganz; mögen andere Blatter dieses Thema vorläufig ausbeuten, die Resultate werde ich schon zur Zeit mittheiten. Deutschland. Berlirr, 1. Febr. Unsre Spenersche Zeitung hat seit Anfang dieses Jahres ein neues, weißeres Kleid angezogen. Aber wenn es schon eine einzuschrankende Wahrheit ist, daß Kleider Leute machen, so ist.es gewiß sehr zweifelhaft, ob Kleider Zeitungen machen. Doch giebt es auch in Berlin keine schlechtere Zeitung, so ist sie doch nicht die schlechteste in Deutschland. Merkwürdig sind die Begriffe der Redaktion von der Eigenschaft der Privatmittheilung. Unter ihren Korrespondenten ist gewiß keiner so klug, als der zu London, V. H. unterzeichnet, der nichts Besseres weiß, als Aufsatze'aus Blattern zu geben, von denen er glaubt, daß sie gar nicht, oder sehr spät nach Deutschland kommen. Füc's Publikum sind solche Privatmittheilungen freilich nützlicher, als etwa wirkliche Privatmittheilungen, die oft aus sumpfigen Quellen schöpfen, oft gar nur aus der großen Sahara der Erdichtungen ihren Sand für die Augen der Leser holen. Um ein Specimm dieser Privatmittheilungen zu geben, das zugleich für den Orient geeignet ist, wählen wir eines aus der Beilage zu Nr. 6. d. I., das sich über die Angelegenheiten der Juden der Moldau und Wallachei verbreitet. Wir wollen aber nicht selber in den Fehler des Herrn B. H. verfallen, und Ihnen gedruckte Aufsatze für Korrespondenz- Artikel geben, sondern wollen nur die Stellen hervorheben, die beweisen mögen, daß der Korrespondent nicht alles versteht, worüber er schreibt, oder vielmehr abschreibt, und daß der deutsche Uebersetzer in vielen Fällen so viel versteht wie sein Original. Die schottische Kirche laßt eine Missions-Gesellschaft zur Bekehrung der Juden herumreisen.. Diese Gesellschaft veröffentlicht von Zeit zu Zeit Berichte über die Zustande der Juden in. den von ihr besuchten Landern, und einen solchen Bericht über Bukarest, Fokschany und Jassy theilt der V. H. mit. Darin kommen unter andern quipro qoo's folgende vor: „Um Mitternacht standen wir auf, um-den Zipora tobten zu sehen, das einzige Opfer, welches die Juden jetzt bringen. Am 14. ist bei den. Juden Bußtag; jeder Jude opfert am Morgen dieses Tages einen Hahn, jede Jüdin eine Henne." Der Zipora muß heißen die Kappora (die englischen Missionäre sprechen Kamez bekanntlich wie die polnischen Juden aus), und am Morgen des Bußtages wird eben- 6*

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