Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1840)
- Article
- Hebron: Zustand der Juden daselbst ; die Machpela
- Date
- 1840-02-08
- Page
- 41 (sequence 1)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
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Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement fü'r ein Quartal ist 1 Lhlr. 6 Gr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von »r. Snlius Fürst. -Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. ©• Leipzig, den 8. Februar 1840» Orient. Hebron (Zustand der Juden daselbst; die Machpela). — Frankreich (Paris). — Deutschland (Berlin; Berichte der Spener'schen Zeitung; München, die Zeitschrift Synagoge >; M ü nchen, Regierungsbeschluß über Rab'binate). — Rußland (Petersburg; Krzeminiec, Fortsetzung). — Literaturblatt des Orients. — Drien t Heb vom. Der berühmte Dr. G. H. von S chub ert in München erzählt in dem zweiten Bande seiner ausgezeichneten „Reise in das Morgenland" (Erlangen 1839) über Hebron Folgendes, sehr Beachtenswerthes „Wahrend so manche mächtige Stadt jener Lander, durch welche der Weg unserer Reise uns geführt hatte, in Trümmer gesunken, ja bis auf jede Spur von der Erde vertilgt und verschwunden ist, hat sich Hebron, eine der ältesten Städte, welche die Geschichte der Völker uns nennt, bis auf unsere Tage als nicht'unansehnlicher Ort erhalten. Hebron war (4 M. 13, 23) schon sieben Jahre vor Thanis in Egypten, nach Josephus vor Memphis erbaut; welche Reiche und stolze Herrschersitze der Erde sind seit jener Zeit in den Staub gesunken, aus denen andere, jüngere sich erhüben -und wieder versanken, aus ihnen noch spätere, die gleich ihren Vorgängern zerstäubten und vergingen! Eine jüdische Überlieferung, die wir selbst im Vatertande von einem gelehrten Rabbinen wiederholen hörten, will sogar in Hebron eine Denkstätte der Geschichte erblicken, welche in die Zeiten hinüberttichet, welche vor der großen noachitischen Fluth waren. Denn, wie die jetzt lebenden Christen in Jerusalem von Golgatha's Felsen etwas 'sehnliches erzählen, so glauben die Juden, daß zu Hebron des ersten der Menschen, Adams Grab fei* Deshalb, nicht nach dem Vater der Riesen, Arda, habe Hebron in ältester Zeit die Stadt der Viere, Kujat-Arba, geheißen, weil hier mit den drei Erzvätern Israelis auch der Vater der Väter bestattet gewesen sei. Naher liegt uns jedoch die Ableitung des arabischen Namens, womit die jetzt hier lebenden Muhammedaner die uralte Stadt benennen. Dieser, im ganzen Morgenlande für Hebron gebräuchliche Name ist Chalil (der Geliebte), und derselbe ward von dem Geliebten, dem Freunde Gottes, von Abraham entnommen. — Die Umgegend der Stadt gleicht einem großen, reichen Oelgarten; die Abhänge der Hügel wie die Flachen des Thales grünen und blühen mit allen Kräutern der Wiesen und Gärten; dazwischen, vorzüglich auf der anderen, gegen Jerusalem hin gelegenen Seite, zeigen sich reiche Weinpflanzungen, deren Trauben der muhammedanische Bewohner frisch oder .getrocknet meist nach Jerusalem verkauft, deren Wein über der hier wohnende Israelit genießt. Jetzt lag die Stadt mit ihren hohen, alten Gebäuden unmittelbar vor uns.; neben den tief und fest gemauerten Teichen, von denen der eine, weiter abgelegene, Davids Namen führt, kamen wir zu dem engen, finstern Thore, in welchem noch immer, wie zu Davids Zeiten ein mordsichtiger Joab unvermerkt sein Schwert ziehen könnte gegen einen Helden der größer war denn 'er. Schon vor dem Thore begegnete uns Herr Mühlenhof und mit ihm ein orientalisch in rothes Gewand gekleideter Mann. Es war so, wie wir schon verwuchst hatten: die Franken in Hebron, von denen unsere Beduinen uns so Vieles gesagt, und deren Wohnungen sie uns zur Herberge empfohlen hatten, waren die hier wohnenden, zum Theil sehr wohlhabenden Israeliten. Diese selber feierten heute ihren Sabbat; sie hatten uns deshalb einen, ln Hebron wohnenden Christen, der sich zur griechischen Kirche halt, den nämlichen der uns jetzt mir Herrn Mühlenhof entgegen kam, zugesendet., damit dieser für uns jene Geschäfte, beim Abladen der Kamele und Einräumen der für uns bestimmten Zimmer, besorgte, von welcher die Feier des Sabbats sie abhielt. Unsere Wohnung war uns bei dem Oberrabbinen, einem gebörnen Spanier (Sefardi) angewiesen; sie stand schon für uns bereit. Gleich in der ersten der engen, dunkeln Gassen 6