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Der Orient · 1840-01-25 · 4 (25.1.1840) · p. 57

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
4 (25.1.1840)
Article
Das Buch Kuzari
Date
1840-01-25
Page
57 (sequence 4)
Language
German
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59 Das Buch Kuzari von Brecher. Lebensskizze Jehuda Halvwy's. m und dem spanischen Ritus angehört) sehr schwer wurde. Erst auf vieles Bitten der Frau begab sich Rabbi Jehuda ms Wohngemach, und hier drang nun Jbn Esra mehrfach in ihn, ihm die Ursache der langen Zögerung zu sagen. Auf das fortwährende Weigern des .Rabbi Jehuda über begab sich nun die Frau ins Studirzimmer und brachte Jbn Esra von dort das Manuscript ihres Mannes, woraus jener die Feder ergriff, und nach mehreren Verbesserungen an einzelnen Stellen des Hymnus, die Strophe -» niederschrieb (sie fängt an 'umh!wn nsn, und findet sich noch in Handschriften dieses 5)ymnus im spanischen Machasor). Darüber nun freuete sich R. Jehuda außerordentlich und erklärte ihm, daß er sein Schwiegersohn sei, indem er hinzufügte: Jetzt erkenne ich , daß du wirklich ein Ben Esra (ein Helfer) bist. Darauf nun legte auch Jbn Esra seine Verstellung ab, gab sich ihm zu erkennen und heirathete seine Tochter (Seder Ha-Dorot 45, So schreibt auch Abravanel (Commen- (ar zum Pentateuch B. 209. ev!. 3 u. 4.) folgendermaßen: „Ich neige mich zur Meinung des Jbn Esra und andrerseits zu der des Rabbi Jehuda Halewy seines 443 einen unserrn Jehuda Haldwy gehörigen alfabetischen Hymnus, in dem die Geschichte Esthers beschrieben sei, kennt auch davon eine Ausgabe Venedig 1609 und sagt, daß er außerdem noch mit italienischer Uebcrsetzung im römischen Machasor (ecL Boiogn. kol.) existire. In!!!. 322 nun unter Jehuda Lowy Ben Sabbatai (wo auch zugleich für richtiger als -sNON erklärt wird) wird er auch wieder'diesem zugeschrieben und die Venetianische Ausgabe (bei de Gara auf 12 Sekten 8., der Commentar ist von R. Samuel italienisch mit hebräischen Buchstaben) erwähnt. Es wird jedoch hmzugefügt, wobei in Wolf statt Samuel gelesen werden muß Jehuda, daß er von andern und wahrscheinlich mit Recht unserem Jehuda Halowy vindicirt werde. Und dann wird er auch diesem zngeschrieben und zugleich angegeben, daß er mit dem Hymnus identisch sei, also der Jrrthum von 1. berichtigt. In demselben Bande darauf wird nun S. 741» Nr. 1625 unter Mosche Aschkenasi (der, beiläufig bemerkt, in de Rosst wenigstens der Uebersetznng fehlt) die Richtigkeit dieser Identität bestätigt und werden die Aufschriften: il ncn nnn '2 so wie die erste Strophe />iri' bi ->ivn jhn yuoi ny ts3D irma bnb nj>D r>"N 2 )b "sä pm'b nDnDi und die erste alcäüsche Strophe der lateinischen Uebersetzung des Mosche Aschkenasi mktgetheilt wird. Es folgen darauf nach Wolf noch 72 Strophen, so daß das Alfabct wohl dreifach und noch ein Namenanhang zu sein scheint./ Von der Amsterdamer Ausgabe wird noch bemerkt, daß sie auf 24 Seiten in 4. in ft 4 Colnmnen gedruckt sek. Der Titel ist: .Jubilus iud. etc. Schwiegervaters, des Verfassers des Kuzari. Man sieht also, daß zwei Gelehrte, Schwiegervater und Eidam irr ihrer Meinung überelnstimmen, ohne daß sich, da sie Zeitgenossen waren, bestimmen ließe, wer der eigentliche Urheber der Ansicht sei, und wer sie vom andern empfangen habe." Im Sifte Jefchenim heißt es: Rabbi Jehuda Halewy verfaßte das Pijut piN zu Megilat Esther in schönen Versen, und^) ein Buch Melek Rab, einen Dialog zwischen der Weisheit und dem Reichthum, in Sprüchen und Versen. Ferner ein Buch Minchat Jehuda über einen Mann, der nicht heirathen wollte, in schönen Versen, und endlich Gesänge fürs ganze Jahr.") Auch ist er der Verfasser der Elegie^), die ansangt: 'pfitown N^n jpg" und der poetischen Inschrift auf dem Grabstein des Rabbi Jizchak Alsasi: rc. hm top i:m Seine Pijutim zahlt W. Heidenheim in seiner Vorrede zum Machasor auf, und aus dessen Worten in Abschn. 4. §. 25. scheint hervorzugehen, daß er ihm ein Werk anatomischen Inhalts zuschreibt. Ueber seinen Tod berichtet der Werfasser des Seder Ha-Dorot Folgendes: In einem Alter von 50 Jahren reiste.Rabbi Jehuda nach Palästina, und als er an Jerusalems Thore gelangte, zerriß er seine Kleider, rutschte knieend auf der Erde, und recitute die (schon erwähnte) Elegie „Zion Halo tischali. Ein Türke aber, der von seinem inbrünstigen religiösen Eifer sich geärgert fühlte, überritt ihn und tödtete ihn." So weit reicht nun die vom Herausgeber uns gebotene Lebensskizze, zu deren Vervollständigung unsre untergefttzten nach Wolf und de Rossi gegebenen Noten dienen sollen. Einzelne über Rabbi Jehuda zerstreute Notizen wird uns wahrscheinlich S. D. Luzzatto in der von ihm erst vorbereiteten Ausgabe einer Sammlung von Gedichten unsres Jehuda Haläwy zusammenstellen. 6) Dieses Buch, das bei Wolf cmch TOiyW nt»nn norfcö heißt (edit. Krakau 1546; Constantinopel mit Gedichten andern Inhalts 1543; Frankfurt a. M. 1711, in 2 Seit.) so wie das folgende (Venedig auf 23 und in Oppenher'mer's Bibl. auf 20 Seit, beide ohne Jahr Saloniki) so werden von Wolf I. 448 dem schon erwähnten Jehuda Halewy Ben Sabbatai zugeschrieben, und zwar nach Autorität eben des SifteJeschenim. De Rossi schweigt ganz davon, so daß wir, da uns der Sifte Jeschenim eben nicht bei der Hand ist, den Streit einstweilen suh judice lassen müjsen. 7) Diese finden sich im spanischen und irakischen RituS; Conforti in Kore ha-Dorot will einen Codex gesehen haben, der sie alle enthielt. 8) Am Schlüsse des Programms zur Mendelssohn'schen Pentateuch-Uebersetzung wurde sie in poetischer Prosa von Mendelssohn übersetzt und erschien erst in diesem Specimen Amsterdam 1775 und dann mit der Berliner Pentateuch- Ausgabe 1784. Auch Herder, Abbe Gregoire, S. Munk, Dr. Philippson (Magazin f. isr. Predig.) haben sie mehr oder minder gelungen übersetzt. (Schluß folgt.)

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