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Der Orient · 1840-01-25 · 4 (25.1.1840) · p. 48

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
4 (25.1.1840)
Article
Ueber das Schach und die damit verwandten Spiele in den Talmuden
Date
1840-01-25
Page
48 (sequence 2)
Language
German
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51 52 Das Schach und die damit verwandten Spiele in den Lalmuden. (Kleiderdieb) und lottrig (Räuber) auf (Ethik, Buch IV.), und im Neuen Testament, welches für die Deutung der griechischen Wörter der Talmude ein unentbehrlicher Commentar ist, steht xvßslci Uttb TtavovqyiamhzXi einander (Eph. 4, 14), wie in einer Stelle des Talmud (Sabbat 149, b. 148, a), die unerkennbar auf das Würfel- und das damit zusammenhängende Lotterie- Spiel deutet, wmp geradezu die Bedeutung unrechtmäßigen Erwerbs hat. Es ist daher constatirt, daß der talmudische uvßevxrjg, der als untauglich zum Richteramte und zur Zeugenfchaft (Baba-Mezia84, a. Sanhedrin 24, b), sowie in Rosch ha - Schana als untauglich zur Zeugenaussage über die Neumondphase gebrandmarkt wird, der W ü rfelspiel e r ist, der dieses Glücksspiel zum alleinigen Subsistenzmittel macht (ryoDW )h pKW und sich demnach mit Betrügerei forthelfen muß. Der zweite Grund, womit Reggio seine Vermuthung stützt, ist die Tosefot Sanhedr. 26, b. befindliche Glosse, die KDlp erklärt durch ‘TOptÄW plpW pH (Tosefot Jom-Thob lesen ^pp^), d. i. 68ebeequier (echiquier), das Schachbrett Reggio hatte noch für sich anführen können , daß nach den Voeabulärs DÖIp im Syrischen das Schachspiel bedeuten soll, und daß, während ha ah m Arabischen nur den Würfel bedeutet, doch der Name ei-Ktibe im Kamus mit Nerd und Sch ath er eng erklärt wird. Aber das Alles ist nur Beleg für das ungewisse Schwanken der Erklärer, oder höchstens für die abusive Übertragung eines ursprünglich festgepragten Wortes. Das talmudische das aus der griechischen in die aramaische Sprache überging, ist nicht mehr als zvßeta, und mit den arabischen lacäb bi-I-kafab identisch. Reggio erkennt dieß zuletzt auch an und annullier somit seine eigne Hypothese. Ein anderes im Talmud erwähntes Spiel ist pIW pDSDDD (Sanhedr. 25, b.), und dies ist offenbar TCEööeta, das Spiel mit den Steinen (tceggoIs) im Drete, verschieden von xvßslci, obgleich beide mißbräuchlich mit einander verwechselt werden. Der Verfasser des Aruch irrt sich, wenn er unter WOD oder das in Felder abgetheilte Bret selbst versteht; Musafia verbessert ihn hier einmal wirklich, wenn er die Steine des Bretes versteht. Das hebraisirte Wort ist das griechische zugleich aber TtEööog, wie auch in dem arabischen Ii38 (knss) beide griechische Wörter zusawwenfließen.2) Nicht das bei den Römern ludus lalruncalorum, sondern das ludus duodecim scriplorum genannte Spiel wird verstanden, dessen Steine 2) Die Musivarbeit {'iprjQpo&ETrtficc) .'amal-elf ns u s; zugleich heißt aber auch der Bretstein fu s s (tceggoq). S. die von Prof. Fleischer aus einem koptisch - arabischen Vocabulär gegebenen Excerpte: De Glossis Tlabichtianis S. 105 f. auch im Syrischen ND£DD genannt werden. Dieses Spiel heißt Ketubot 61, b. *WTtf, ein Wort, welches, nach Jbn-Chalikan und El-Safadi, zusammengezogen ist aus Nerd Ardeschir, d. i. das Nerdspiel des Sassaniden Ardeschir Babekan, der für den Erfinder ausgegeben wird. Der türkische Lexikograph Ekteri sagt-. „Nerdschir ist das sonst Nerd genannte Spiel, eine der Erfindungen Schaburs, des Sohns Ardeschir's, eines der sassanidischen Könige." Es ist dasselbe Spiel, welches gegen Ende des Kuzari genannt wird, in Folge der den Arabern eigenthümlichen Verwechselung des Re und Zain in diesem sassanidischen Königsnamen. Aruch hat also recht, wenn er sagt, das Wort Nerde schir erklärend: K'iy ]ltß6n’ pip d. i. in der arabischen Sprache heißen diel) a d i (der italienische Name der teueres) obgleich der eigentliche Name der Bretwürfel im Arabischen kn 8 ü 8 oder kVab ist. In der oben angegebenen talmudischen Stelle heißt es mm: quas 1 udifc parvis catalis et nerdiludio. Was sind das für kleine Hunde, die neben dem Nerdaschic erwähnt worden? Denn fcTWDp wofür eine andere Lesart NHvoDp, ist nichts Anderes als diminutive Bezeichnung für wuvig, wie auch Aruch bemerkt: „kleine Hunde, nach Arten der ‘PT^,3 4) mit denen man spielt." Es sind die auch bei ben Arabern Kiläb genannten Triktraksteine, die hundsköpsig geformt zu sein pflegten, wahrend die der Perser die Gestalt von Löwenköpff.n hatten, wie denn Hyde den Namen N e rd e sch i c lieber tnmculus leoninus übersetzen will. Das Wort nerd, welches mit dem sanskrit. Appell, naräita (Klang) auf keine Weise zusammenzureimen ist, bedeutet wirklich , wie auch der König Aude in seinem Lex. Heft Kulzum bemerkt, das Mark und den Klotz eines Baumes. Diese Bemerkungen mögen als Beweis dafür genügen, daß weder das Pessos- Spiel noch das Nerdeschir oder Triktrak-Spiel mit dem Schach identisch sind, sondern beide sind Ein oder zwei Arten Eines Bretwürfelspiels, welches, wie das Schach, kn Indien erfunden und durch Vermittelung der Perser den Juden bekannt worden ist» Die Glosse zu Ketubot 61, b., welche die hundsgestaltigen Figuren dem Schachspiel anweist, hat also nicht das Richtige getroffen, sondern, wie dies auch den arabischen und türkischen Erktarern geht, Nerd und Schach verwechselt, und wir haben also für das Schachspiel keinen erheblichen Beleg. 3) Gildemeister (!. 1. S. 139.) verbessert nad) Satt Luna bei Hyde, in yitf'DTl, unb fälschlich für eine Variante der Glosse. 4) Bedeutet dieses Wort die Königin im Schachspiele, dis sonst 'fers- oder kersin (bei Bianchi) mit einem altpersischerr Worte genannt wird?

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