Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 3 (18.1.1840)
- Article
- Sefer Ikkarim, oder Grund- und Glaubenslehren ...
- Date
- 1840-01-18
- Page
- 33 (sequence 3)
- Language
- German
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35 S. I. Rapaport: Die poetischen Anklänge in den Lalmuden. 3V die Hauptstadt Aragonims, sandte drei Gelehrte aus ihrer Mitte, nämlich Serachj» Helvwp, Don Vidal Benbenaste, der durch diesen Streit veranlaßt cension nach Virga in der betreffenden Stelle vorkommenden Ortsnamen zusammen. Saragossa bei Virga HDl.'W nicht wie gewöhnlich bei jüdischen Autoren rwip^iD, NDDp'lD nBWpm — Den Ortsnamen ^alotajut) nennt Virga sonst bei Salomon Bm Aderet und Duran 5lj?^p 3VS/ wie im Arabischen (Casi'ri 13, S. 119). — Hu es ca, wo zur Zeit des S. b. Aderet 160 Familien wohnten, heißt hier NprwU, sonst gewöhnlich npr>NW, Np^l, HpW np&W bei den Schriftstellern. — Die aragonische Stadt Alcaniz schreibt Salomo Virga in Uebereinstimmung mit Isaak Ben Scheschet (Vota Nr. 454) D*Op^tt, welcher Ortsname in der Amsterdamer Ausgabe, die ich vor mir habe, corrumpirt LMp^k heißt. — Alcoja heißt nNU&N, in den Ausgaben corrumpirt mit einem verschobenen Vau. — Daroca heißt hier r^pn"! und Montreal am Xiloca, für welchen Namen Zunz keine hebr. Quelle fand, auf alten Karten Monreal, nennt Salomo Virga nicht wie der gedruckte Text hat Der letzte LH eil der Zusammensetzung „Real" wird mit hebräischer Schrift immer wiedergegeben, z. B. Villa real in Valencia (Zlscheri Yota 171), und wahrscheinlich ist der letzte Lheil des Ortsnamen ^*v^p (Kore ha - Dorot 41b) so zu lesen. — Monzon wird hier geschrieben, sonst ist die arabisi'rende Schreibung gewöhnlich. — Montalban wird hier geschrieben, sonst heißt sie bei Ben-Scheschet (Vota Nr. 510) — Die Stadt Velesa wird an unserer Stelle geschrieben, wahrscheinlich nur corrumpirt aus — Die Schreibung des Ortsnamen Giro na ist sonst auch gewöhnlich — Dieses sind die Städtcnamen Aragoniens, die in der betreffenden Stelle des Scheb et Jehud a Vorkommen; wir können aber dieselben bereichern,, wenn wir die daselbst vorkommenden Familiennamen auf ihre Quelle, auf Ortsnamen, aus denen oft Familiennamen entstehen, zurückführen. Dergleichen sind gewiß gewordener Familienname unseres Autors Josef aus Monreal, ferner pvplDt^pbft, Familienname des Don L o d r o s, ferner , A l b a l a g, Beiname des Don Josef aus Vetlesa, welchen Namen Wolf iß. H. J. 354) falschschreibt, ferner ij^p^p Caracosi, Beiname des Abgeordneten Jom-Lhob aus Monzon, den Wolf (B. II. I. 436) noip^p schreibt. Der gelehrte Jom-Lhob wurde i^p^p Carac osi beigenamt, weil er aus Mp">p, C a r a c o s a, einer Stadt Neucastiliens stammt, und er oder seine Eltern nach Monzoir übergesiedelt waren. Der Judenfeind Josua in Girona führte den Beinamen ip“^, Lorki, weil er aus Lorca, einer Stadt in Murcia, am Fluße Guadalentin, herkam, auf welchen Namen die Juden später anspielten, wenn sie ihn ip^n (Verfolger) nannten. Der Beiname Albalag stammt aus jfo, 23alaguec, welches der Name einer Stadt am Fluße Segre in Catalonien ist. Durch den arabischen Artikel oder durch das adjeclwische i, wurden bei den Spaniern aus Städtcmnnen sehr häufig Beinamen gebildet, wie schon in unserer betreffenden Stelle pvnft^p!?# t Beiname des Don Josef Ben Ardot, von der Stadt p^p£yp+ Der Name pnDt^N ist wahrscheinlich aus. dem Ortsnamen Asturica, spater Astorga , einer Stadt am Fluße Luerto im Königreiche L e o n, gebildet, und p)"DVK Od? ist gewiß derselbe Name, durch „Abu" zu einem Familienname!) gebildet. Daß sein ausgezeichnetes WeckKodesch Kodaschim geschrieben, und endlich Matatja Jizhari, der seine Meinung in einem Nizachon niedergelegt. Calatajud sandte den Grand Don Samuel Halewy, und den Gelehrten Mose Ben-Musa, die Stadt Hu es ca sandte Don Todros (33m Don Gedalja), die Judengemeinde zu Alcaniz sandte den Don Josef (Ben Ardot) Alkastinion, die Gemeinde zu Alcoja sandte Don MLir, die Gemeinde zu Daroca sandte Don Estrok Halevy, die zu Monreal unfern Josef Atb o, die zu Monzen sandte Don Josef Hal ewy, die zu Velesa den Josef Albalag, die zu Montalban denAbu-Gonda und endlich Girona den Tod ros BenJechija, nicht aber den erwähnten Abun- E strok. Für welche Gemeinde aber Jom-Tob Karkosi gesandt wurde kann man aus dem höchst corrupten Text dieser Stelle kaum mehr vermuthen. In Aragonien selbst haben manche Gemeinden keine Abgeordnete zu diesem Streite gesandt; denn jede, die es ablehnen konnte, suchte einem Confllcte mit dem fanatischen hochgestellten Apostaten zu entgehen. So z. 33. die sechszehn aragonesischenGemeinden Alcalea, Borja, Welch ite, Banolas unweit Girona, woher R. Levy Ben Ger schon (Ralbag) stammt und auch Leon de Banolas genannt wird, Jaca, Balverda, Taufte, Tarcagona, Caspe (daher der Familienname Josef Caspe), Mora unweit Teruel, Pina, Fraga, Corunna, Exea, Teruel, und selbst Ix ar nicht, der bekannte einzige Ort, wo in Spanien eine hebräische Druckerei war (1485 — 92), die wohl einen Gelehrten hätte senden können. (Fortsetzung folgt.) Poetische Anklänge in den Talmuben. Von S. I. Rapaport. sMir Anmerkungen begleitet von Fr. Delitzsch.j „Die Sprache der Talmude," heißt es S. 31. der Geschichte der jüdischen Poesie, „ist ein seltsam Gemisch, gleich einem wimmelnden Markt, auf dem die Verschieber Ortsname N'Vfl bei Ascheri (Vota B. 173) nichts anderes als die Stadt Guardia ist, wird durch den Gebrauch des gu, qu für Vau, und umgekehrt, klar; der Name des berühmten Flußes Guadalquivir ist bekanntlich aus dem arabischen -prD^N v-jw (d. t. der große Fluß) entstanden. Der vorkommende Namescheint Ossuna, in Andulasien, Np^M^> scheint Lumbicr, Llumbris in Navarra zu sein. Es wäre zu wünschen, daß die Herausgeber des Jkkarim in Prologomenen auch auf solche Untersuchungen ein Augenmerk richten mögen; denn es ist gewiß nach 18 Jahren endlich an der Zeit, die jüdische topographische Forschung, die Zunz so schön begonnen, wieder aufzunehmen. 3 *