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Der Orient · 1840-01-18 · Heft 3 (18.1.1840) · p. 17

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 3 (18.1.1840)
Article
Jerusalem : Missionswesen [Nachricht]
Date
1840-01-18
Page
17 (sequence 1)
Language
German
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H- Beeichte, Studien und Kvitiken Da6 Abonnement für ein Quartal ist 1 Thlr. 6 Gr. Man abonmrt bei allen löbl. Postämtern und allen sollden Buchhandlungen. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr, Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentliche das Literaturblatt nntgerechnet^ zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 3» Leipzig, den 18. Januar 1840» Orient. Palästina (Jerusalem; Misft'onswesen; Cotonisation); Im Archipelagus. — Deutschland (Wien, über Stiftungen; Berlin, üb. Literaturstrebungen; Breslau, üb. Dr. Geigers Stellung). — Böhmen (Prag. Schluß.). — Rußland (Wilna, üb. geistige und materielle Gemeindezustände). — Literaturblatt des Orients. — Orient. © Jerusklein. Zwei in der neuern Zeit sickgeltend machenden Begegnisse halten die hiesige Gemeinde wach und regsam, und obgleich diese von zwei entgegengesetzten Richtungen ausgegangen, so tragen sie doch beide dazu bei, daß die Gemeinde nicht in eine bei den orientalischen Juden gewöhnliche Lethargie verfallt. Die Eine Begebenheit ist, daß die englische Missionsgesellschaft mehr als je an uns denkt; daß sie mehr als je aus die heilige Stadt und aus die Heranbildung einer nach ihren Begriffen wahrhaften jüdischen Gemeinde bedacht ist, was ihnen unter dem mächtigen liberalen Schutze Englands natürlich möglich ist. Es vergehen kaum vier Wochen, so erscheinen immer neue Missionare aus London, oft sind es auch Deutsche; und hier in Jerusalem ist bereits ein förmliches Institut für Convertiten eingerichtet, und man geht sogar damit um, ein hebräisches Gebetbuch einzurichten, wenn eine kleine Gemeinde von Judenchristen gebildet sein wird. Da auch hier, wie in Europa, der Bann unserer Rabbinen erfolglos bleibt, so gewöhnt sich die Gemeinde allmalig daran, das ihr Entgegengesetzte zu sehen und zu prüfen, um mit größerer Liebe und Wachsamkeit für ihr eigenes Heiligthum zu sorgen. Und wirklich scheint ein neuer Geist in unserer Gemeinde erwacht; trotz der zweitausendjährigen Leiden der Verbannung und der grenzenlosen Erpressungen fühlen wir uns immer heimischer im Lande unserer Vater, und je mehr Fremdartiges uns entgegen tritt, um so häufiger beschleicht uns die Liebe zu unserem alten Vaterlande. Da im ganzen Oriente keine hebräische Buchdruckerei vorhanden, so haben die Missionäre für uns auch noch bci§ Gute, daß sie uns hebräische Werke zusühren, die zur Erweckung einer neuen Zeit nicht wenig beitragen. Die andere entschieden wichtigere Begebenheit ist das unablässige Streben, Palästina durch jüdische Einwanderung zu colonisi'ren. Der englische Vice-Consul, der hier residirt, hat selbst sich bemüht, und bemüht sich noch, die Juden für den Anbau des Landes ihrer Vater, unter Begünstigungen von Seiten Mehemed Ali's, zu gewinnen, und durch die Bestrebung des Moses Montesiore sind vorzüglich für fremde Einwanderer bedeutende Quantitäten Acker gekauft worden. Es soll irgendwo ein talmudischer Ausspruch sein, daß, wenn im heiligen Lande 25,000 jüdische Einwohner wieder sein werden, so müssen diejenigen Gesetze und Institutionen wieder in Wirksamkeit treten, die zu jener Zeit galten, als Palästina ein jüdischer Staat war. Die Rabbinen in der Türkei, namentlich auf den ionischen Inseln, arbeiten dahin, durch Colonisirung des dortigen Landes diese volle Zahl herbeizuschassen, was auch wirklich durch den kräftigen Schutz Englands nicht schwer ist. Einige reiche Juden in London und in Italien gehen auch damit um, in Jerusalem und in einigen andern bedeutenden Städten Palästinas unter englischem Schutze Factoreien und Fabriken anzutegen. Bei Erwähnung des neuen erwachten Geistes in Jerusalem würde der Leser vielleicht es gern sehen, wenn hier auszüglich eine Mittheilnng über die gottesdienstlichen Gebräuche in dieser Gemeinde gegeben wird, wie sie ein Herr Joseph Schwarz, der, ein Deutscher, seit März 1833 in Jerusalem ansäßig ist, an seinen Bruder, den Rabbinen in Hürden, in hebräischer Sprache beschrieben. Herr Joseph Schwarz har 1827 zu Würzburg eine Karte von Palästina nach damaliger und gegenwärtiger Beschaffenheit herausgegeben, und durch die für die Karte gemachten Studien für das Land seiner Väter eingenommen, hat er sich in Jerusalem niedergelassen. Dieser Bericht, welcher zehn Jahre nach der Abfassung der Karte geschrieben wurde, ist schon 3

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