Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 2 (11.1.1840)
- Article
- Amerikana
- Date
- 1840-01-11
- Page
- 23 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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83 24 Awerikana. Die jüdischen Schriftsteller über Amerika. enthält einen ausführlichen Bericht über die Entdeckungen der Portugiesen. Das 15. Capitel handelt über die Entdeckungen, welche die portugiesischen Seefahrer auf ihrem Wege über Nieder-Aethiopien im Süden nach dem Cabo di buone Speranza machten. Dieses Capitel verbreitet sich namentlich über Arabien und die in und um Chaibar lebenden Juden, so wie das 16. Cap. über die in Aethiopien entdeckten, in Besitz genommenen und neu benannten Platze. Das 17. Cap. hat die zwischen den canarischen und azorischen Inseln gelegene Insel Madera zum Gegenstände. Das 18. Cap. erzählt die von Madera aus gemachte Entdeckung der 7 canarischen Inseln (Kanibalen-Jnseln) in der Nahe des Cabo Bianco. „Ferner muß man wissen," heißt es in diesem Cap., „daß von den canarischen Inseln aus noch ferner liegende Inseln gefunden wurden, ungefähr 25 Tagereisen nordwestwärts, die sog. Spaniole- Inseln, und der Mann, der sie entdeckte, heißt Cristofolo Columbus Genovense.^)" Das 19. Cap. enthalt die Erzählung der Entdeckungsreise von Portugal aus nach dem Cabo Cantin, Cabo Bianco und Cabo Werde und die Beschreibung der im Innern des Landes, zwischen den Gebirgen, gelegenen Gegenden. Die folgenden Capp. verbreiten sich weiter über Afrika und Hinterasien, geographisch, statistisch und die Sitten der-Bewohner schildernd, mit Beibringung vieler untersuchungswürdiger Curiosa, die der Verf. theils aus dem Munde reisender Abenteurer, theils aus alten christlichen Reisebeschreibungen entnommen. „Nun wollen wir (so Autographs bei de Nossi (0oä. 146) unwiderleglich erhellt, .schrieb dies sein Jtinerär in schon vorgerücktem Alter als Fremdling zu Ferrara; die erste gedruckte Ausgabe ist in Venedig bei Giovanne de Gara 1507 gedruckt. Farissol beschäftigte sich, wie mit Geographie, so auch mit Philosophie. Der Cod. 145 de Nossi's enthalt eine von ihm 1468 zu Avignon gemachte Copie des Nu ach Chen Samuel Ibn-Tibbon's, und ein von ihm verfaßtes Compendium der Jsagoge des Porphyrius, so wie der Bücher des Aristoteles KuvrjyoQlca unfe ITspl KEQjx7]vBiug. Eine weitere Relation über die exegetischen und theologischen Werke, so wie über die Briefe und zu eignem Gebrauch gefertigten Handschriften dieses Schriftstellers, dessen Leben und Schriften zuerst von de Rossi in seinem Commentar über die Druckerei zu Ferrara, seinem Catalog und seinem Dictionär beleuchtet worden sind, verspüren wir auf einen andern Ort, wo wir seine interessanten Notizen über die Juden in A r a b i e n mittheilen werden. Sein Styl ist hart und mit ungeschickt umschriebenen Fremdwörtern angefüllt. Die mir vorliegende , mit Vignetten ausgestattete und zugleich Igeret Teman und Iesod Mora enthaltende Ausgabe ist gedruckt: Prag 1793. 8. 3) Eine wunderliche halb lateinische halb italienische Mischform des Namens. In einer alten Übersetzung der Bullen Alexander VI. (s. Everett l. l. S. 65) heißt er Christoval Colon, eine Namensform, die vielleicht identisch ist mit Colon (Josef Colon, der bekannte Verf. der. Nechtsgutachten, st. 1480 zu Padua). schließt er das 28. Cap.) von der neuen Welt sprechen, die aufgefunden worden ist, d. i. Amerika, entdeckt durch Columbus, die außer allem Rapport und Zusammenhang mit uns steht und bis auf den heutigen Tag nicht bekannt worden ist. 4)" Zuerst bemerkt er im 29. Cap. daß man bei gründlicheren kosmographifthen und geographischen Forschungen das alte Axiom, insbesondere des Ptolemau s5 6), daß unter dem Aequator (lorrida zona)*) weiter südlich kein Land sei, als falsch befunden habe. Nach Entdeckung des Cabo di-buone Speranza (1486) hatten die portugiesischen Seefahrer, geleitet von der Wahrscheinlichkeit eines mehr-unter dem Aequator gelegenen Festlandes, vor ungefähr 20 Jahren, ihre Vermutung durch die That bestätigt gefunden. Er habe eine schriftliche Auseinandersetzung der Gründe für jene Hypothese gehört zu Florenz im Hause des Fürsten Lorenzo de Medicis (st. 8. April 1492),- als die Gesandschast des Sultans von Egypten, ihm eine Giraffe, Specereien und Balsam überdüngend, daselbst angekommen war. Auch habe ihm zu Ferrara (wo er^dasJtmerar abgefaßt hat) ein weltkundiger, aus Piombino (an der Küste des toscanischen Meeres zwischen den Gebieten von Pisa und Siena) flüchtiger Seemann, der fast 20 Jahre lang das südliche Weltmeer durchstrichen, die Existenz eines großen südlichen Erdtheils jenseit des Aequators bestätigt, zur Zeit des Herzogs Ercole. Farissol erzählt das, um ganz im Einklänge mit seinem undankbarem Zeitalter dem großen Columbus einige Blätter seines wohlverdienten Lorbeerkranzes zu rauben. Nach- 4) So redet ein jüd. Schriftsteller des 16. Jahrh. In der Mitte des 17. Jahrh. finden wir schon ausgezeichnete jüd. Gelehrte in Brasilien (Isaak Aboab, Rafael d i A g u ilar, Daniel Lopez Laguna, Isaak Nasci). Wir haben eine ganze Sammlung hebräischer Gedichte, die auf dem Grund und Boden des niederländischen Südamerika (Param a r i b o, das Iudendorf S a v a n a) entstanden sind, namentlich Elegien in Folge der mörderischen Ueberfälle der Portugiesen, betitelt: m "Os, s. Mecrssef, 1785. S. 32. 5) Er nennt diesen, dessen Werke und Zeichnungen er öfter anführt, sich eines lächerlichen Anachronismus schuldig machend, Talmai, den König. Es ist aber Claudius Ptolemäus der Pelusiot, der zlvischen 125— 160 unter Antonin dem Frommen zu Alexandrien blühte,, bei den Arabern: Bat h o l m i j u s e l - K u l u d i , Verf. der 8 Bücher der Geographica und 13 Bücher der Magna Constructio oder des Almagestus, si Abulftda, llistoria Anterlslam ec!. Eleiseber. S. 108. 156. 6) Der hebr. Name des Acquarors oder der Aequinoctiallim'e ist QNN und mit geringer Nuance sind dafür ge - gebräuchlich WH?p (s. Boniftz, Sefcr Gedarim f. 54, b. 6Ü. Sat.), nwn rjypH/ "W^n rwn IpjH (st Abraham b. Chija, Zurat ha - Arez, Pet. 111. ec!. lVIuenster). Der arabische Name, dem der hebräische nachgcprägt Ist, lautet mrPaddil en-nehar oder chatth el-isliwa, letzteres von demselben Zeitwort (s. Speeulum Mundi, Pi-opös. IX. S. 26. 28. cd. Abrah, Ecchellens,}.