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Der Orient · 1840-01-04 · Heft 1 (4.1.1840) · p. 3

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 1 (4.1.1840)
Article
Palästina
Date
1840-01-04
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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und den von Aeit zu Zeit sich erneuernden Plünderungen der Beduinen und Drusen ausgesetzt. Ihre' Gesinnung.gegen die Christen ist eigenthümtich. Natürlich sind die, welche nach Jerusalem kommen, die frommen und.strengen Juden, die es für ein Verdienst rechnen, nach der heiligen Stadt zu ziehen. Aber gerade diese beweisen sich sehr gütig, ja selbst vertraulich gegen Christen. Wir hatten Gelegenheit, immer .und immer wieder zu sehen, wie zugänglich das Volk Israel für offne, freundliche Begegnung ist. — Wir reisten hinüber nach Hebron, und besuchten die dortigen Juden. Es war einst die Stadt ihres Ahnherrn Abraham, aber jetzt sind die Abkömmlinge des Gottes-Freundes (HalLl Ollah) wenig und arm, in Verachtung und Elend lebend, in der Stadt, wo ihr Ahnherr gleich einem Fürsten im Lande residirte. Sie haben zwei kleine und schlecht ausgestattete Synagogen. Aber der Ort ist einer der anwuthigsten im Lande, denn blühende Weingarten schmückten in einem Umkreise von drei Meilen die umliegende Gegend. Wir setzten uns unter eine immergrüne Eiche nahe der Stadt, welche nach der Sage einst den Abraham in den Ebenen Mamre's mit ihrem Laubdach schirmte; wenigstens ist es . ein Baum von hohem Alter und ehrwürdiger Schönheit. Auf unserem Rückwege besuchten wir die Salomo-Teiche und Bethlehem, die Stadt Davids. Davids Brunnen ist, denke ich, identisch, mit dem einen ausgezeichneten, der nach Adullam führt. Ein wenig abseits ist Rahel's Grabmast .Indien. Unter den Juden in Indien, genannt Bern Israel*), in der Nachbarschaft Bombays, *) Die Übersiedelung der Juden nach Indien fällt in eine wohl nicht bestirnrpbare Vorzeit. Wir finden sie schon in den ersten Jahrh. ber gewöhnt. Aera in Malabar heimisch; es werden sogar Städte erwähnt, die von ihnen allein bewohnt warern Darunter gehört die von dem Araber Ihn?BaLhuta (der zwischen 1324 —1352 reifete) in seiner Reisebeschreibung genannte Iudenstadt Karigarkarü. (st dm Auszug des Buches von Lee S. 174) oder Kung't Karl (f/Malahariae Desciiptio, ed. Apety, S. 11.). Eine andere solche Iudenstadt pennt Abulfeda in seinem Tableau Indiens S. 41. (ed. Keiske). Die Insel Taprobana (Ceylon), schon im Atterthum der Stapelplatz Indiens, war schon zur Zeit des Indienfahrers Cosmas von Christen und wohl auch von Juden bewohnt. Denn als die Haschimiden, sich vor der Verfolgung des ommaijadischen Khalifm Abdulmalik (684—705) flüchtendem acht Städten Taprobana's ihren Wohnsitz aufgeschlagen, finden wir da die einheimische Religion, die christliche, muhammedanische und jüdische nicht allein tolerirt, sondern auch im Besitz völliger Freiheit neben einander, und der Kohaben. die Engländer Elementarschulen, natürlich in christlichem Geiste errichtet. Vergangene Woche, schreibt Dr. Wilson von Bombay aus (6. April 1839) führte ich in Begleitung des Herrn I. Murray Mitchel und einer meiner Schwestern meinen Entschluß aus, die israelitischen Schulen zu Alibaz, Revqdanda und Aurbepur zu besuchen. Ich bin so glücklich, berichten zu können, daß sie in einem weit gedeihlicherem Zustande sich befinden, als ich vorauszusetzen wagte. 116 Zöglinge, 86 Knaben und 30 Mädchen, waren bei der Prüfung gegenwärtig, und von diesen lesen 38 die Bibel und 47 kleinere auf die heilige Schrift bezügliche Schriften. Ihre Erkenntniß der göttlichen Wahrheit ist höchst anerkennungswerth, und keinerlei Unzufriedenheit thut sich an ihren Lehrern kund, welche, als Israeliten, auffallend frei von Vorurtheilen und mit allem Ernst und aller Treue beflissen sind, die ihnen anvertcaute Sache, zu fördern. Sie empfingen uns mit dem herzlichsten Willkommen. Es würde mir großes Vergnügen gewahren, den Segen der Erziehung auf die hierlandischen Nachkommen Abrahams mit Hülfe der Edinburgh- und Glasgow-Society weiter ausdehnen zu können. Es giebt hier viel Israeliten, welche mit großer Spannung dem Ausgange des einfachen Entwurfes entgegensetzen." Aden, (im äußersten Südwesten der arabischen/ Halbinsel und im Süden der Jmamschaft von Pemen). Die Kunde über das Leben und Treiben der Juden im Hrient gelangt trotz der zahlreichen Reisebeschreibungen so selten zu uns, daß wir, um nicht leer auszugehen, jede Mittheilung und jeden Wink dankbar annehmen und benutzen müssen. Das Land von Aden, mit den vorzüglichsten Städten Lahadsch und Aden, ist in letzterer Zeit als Eigenthum der Engländer in Europa wieder bekannt geworden; die letztere namentlich wird vielleicht wieder, wie in alter Zeit, .die reiche und blühende Hafenstadt werden und zu einem Emporium des indischen Handels dienen. Eine beiläufige Notiz über die Juden daselbst, welche nig soll sogar vier Vezire, von jeder Religion einen, gehabt haben. Wir verdanken diese /Notizen dem mit ebenso umfassender Gelehrsamkeit als kritischem Scharfsinn abgefaßten Werke: Scriptorum Arabum de Rebus ladicis loci et opuscula; inedita. Reciis. et illustr. Ja. Gildemeister, Honnae.. 1838., welches auch über, die Benennung, die Berührungen und die Produkte Indiens in den Talmuden (st Jesurun S. 250 f.) ein neues Licht verbreitet. 1*

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