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Im deutschen Reich · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 53

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Article
[Ohne Titel]
Date
1922-03-01
Page
Seite 53 (sequence 3)
Language
German
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© o chf cb 111 a n t i? e in i 11? irr? 5 m Aufruf an die deutschen Juden, ,, ü b er das Maß der Pf! icht h i n a u s" dem Vaterlande alles zu geben, eröffnete (er selbst hat ja auch seinen einzigen Sohn hingegeben), spiegeln natürlich den Geist dieser Zeit wider. Die Abwehr trat in den Hintergrund gegenüber dem gewaltigen Geschehen draußen; manche hofften, es werde für immer unser Kampf eingestellt werden können; aber selbst in dieser Zeit regte sich der a l t b ö s e F e i n d im Innern wieder und zwang uns durch immer lauter erhobene Verdächtigungen, den Kampf wieder anfznnehmen, den wir jetzt wieder mit aller Schärfe führen müssen. Wir Alten haben getan, was in unseren Kräften .stand, und haben dafür gesorgt, daß uns ein Nachwuchs entstanden ist, der unser Werk auszubauen und zu vollenden in der Lage ist. Prof. Dr. Julius Schneider. Bon Dr. Felix Goldmann- Leipzig. Es ist ein alter Fehler, daß im jüdisch-politischen Leben die Akademiker eine Welt für sich bilden, und daß man sich mit dieses §enÄ den Vorgängen in ihrer Sphäre viel zu wenig beschäftigt. Die der anMemc- Wichtigkeit der judenseindlichen Strömungen in ihr wird durch- Bew^rlng. aus unterschätzt, und es gibt noch heute manchen Juden, her bie Kümpfe und Sorgen des akademischen Nachwuchses als lächerliche, äußerliche Lappalien betrachtet, wenn er sie nicht gar zu jenen Schmerzen rechnet, die sich die Studenten aus lauter Ueüermut selber bereiten. Den Fragen der Satisfaktions- Verweigerung sowie der Aechtung jüdischer Farben und Korporationen steht man mit absoluter Verständnislosigkeit gegenüber, wenn man sich nicht gar zu der bekannten Meinung gewisser Kreise anfffhwinat, die im Hervorheben des jüdischen Moments im akademischen Leben die Ursache der antisemitischen Welle sehen, und deren Weisheit den Satz ausstellt, daß man eben keine jüdischen Korporationen gründen, keine jüdischen Farben tragen nnd keine Satisfaktion verlangen solle, wenn man friedlich ohne Judenhaß leben wolle. In unserer Abwehrarbeit begegnete ums früher immer wieder, besonders in der Mittelstadt, der jüdische Würdenträger, der da mit Emphase versicherte, er sei Stadtverordneter, stellvertretender Schriftführer im vornehmsten Kegelklub, Mitglied einer beinahe anerkannten Freimaurerloge und Skatbruder des Polizeiinspektors. Er habe von Antisemitismus nie etwas gemerkt, und den gebe es einfach nicht. Man. solle nur nicht durch Gründung einer Centralvereinsgruppe den konfessionellen Frieden untergraben und der: Judenhaß züchten. In dieser spießbürger* Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!

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