Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde [Rezension]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau 4L gcujenbieaei),_ fonbern vereinigt 311 einer zusammenhängenden Darstellung des äußeren und inneren Gemeindelebens in seiner zeitlichen Abfolge der Bau einer Gefamtgesehieiue der jüdischen Gemeinde Worms elheben. . . iiuöiencut Dr. Jacob- Daimscadr. Das Jüdische Volkslied. E i u M e r k b l a t t v 0 n F r i tz M 0 r d ech a i Kaufmann. Jüdischer Verlag, Berlin. Schrislen des Ausschüsse» für jüdische Kulturarbeit. Xa^> Btlchloi.i, das mir, einschließlich der beiden Titelblätter, :.'l Leiten umfaßt, enthält gleichwohl nur solche Fülle von Belehrungen und Anregungen, die aus eingehenden und gründlichen Studien beruhen, daß wir jedem Glaubensgenossen, ohne Unterschied seiner religiösen Pacteistelluug, die Lektüre des Buches warm empfehlen können, denn es will leine Partei- Propaganda treiben, sondern für die „Mentalität" der Sstjudeu, um dieses modern gewordene Wort zu gebrauchen, bei den Wesisuden Interesse eiwecken. Unser Interesse hat sich bisher nur aus die leiblichen Note unserer ostjüdischen Brüder beschränkt. Das war und ist - heute vielleicht noch mehr als je — notwendig. Allein über das Seelenleben eines Volkes, seine Gefühle für Gott und Menschheit geben — besser als die sogenannten „Bilder aus dem Volksleben" — letzten Endes nur die Volkslieder Auskunst. Es ist hier nicht der Ort, über die reichen Ergebnisse der Volkslieder-Forschungen auf diesem Gebiete Mitteilungen zu machen. Daß aber die jüdischen echten und rechten Voltslieder blitzartig das Dunkel des jüdischen Seelenlebens erhellen, beweist der Verfasser klar und unwiderleglich. Sein Buch gliedert sich in folgende Abschnitte: Eigene Erfahrungen, Technische Behelfe, Sammelwerke, Ausgaben der für den praktischen Gebrauch ausgewählteu Lieder, Programme; Begleitung, Literatur.' Der leider so früh verschiedene Verfasser beschränkt suv nicht auf eine bloße Auszählung. sondern würdigt die bisher erschienenen Sammlungen kririscl, nach Entstehung, Inhalt, Melodien und Wirkung. Selbst die Benutzung der Lieder für den Einzelnen und für die ^Sessentlichkeir wird bis auf die selbst für die Westjuden schwierige Aussprache durch neu» uuige technische Mittel und aus die musikalische Begleitung behandelt. Becke r. Ricarda Huch: Der S i n n '0 c r Heiligen Schrift. I r> s e l V erlag. Leipzig 1019. Schade, daß der Werl dieses feinen, weisen, ruhigen Buches einer denkenden Dichterin, das Juden wie Christen gleich kostbares Geschenk bedeuten konnte, für uns getrübt wird durch manches ohne Prüfung wiederholte, uralte Vorurteil und durch eine lieblose Verdanimung des lebenden Judentums. Was soll die ganz unbewiesene Behauptung vom ungünstigen Einfluß der Juden auf die christliche Kultur, was der bibelkritischer Voreingenommenheit nachgesprochene Satz, daß das Judentum nur die Liebe zum Nächsten, erst Christus die höhere Feindesliebe gefordert habe; daß Jehova, der Nationalgott der Juden, erst durch das Christentum in Freiheit und völliger Bindungslosigkeit auf seinen Weltthron erhoben morden sei? Gerade der im übrigen selten objektiven Bibelkeunerin hätten derartige längst widerlegte Jrrtümer nicht unterlaufen dürfen. Und noch schlimmer: Mit den Propheten und Christus hatte das Judentum der Welt das Höchste geschenkt. Nun mußte es sterben. Daß es weiterleben wollte, ward sein Fluch. Es erstarrte zur Leblosigkeit. Auf sich beschränkt, ward es unassimilierbar und trug so die Verdammnis als Ewiger Jude über die Erde. Ein Fremdkörper, der sich nicht auflösen will. Feind aller Welt, welcher in der von Christus gekündeten Feindesliebe sich opfern müßte, statt dessen aber zum wurzellosen Schmarotzer wurde auf den weichen, kindlichen Völkern wie' in Deutschland und Rußland ...