Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde [Rezension]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 1)
- Language
- German
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44 Im deutschen Reich BücherschMjt. Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde iMitte des 18. Jahrhunderts bis zur- Gegenwart) von S.;)^othschild, Lehrer an. der ^toIMfclui 1c zn. Worms liiib Sekretär der Jüdischer! Gemeinde daselbst, ^rrla*;;: I. Manfjmann, grnntfurt n. ^uiin, 1'J‘JO.?Iuf beut hrotten Boden der Nibelungenstadt 2i?orrns haben die verschiedenen Religionsgemeinschaften sichtbarer als in mancher anderen deutschen Stadt fortwirkende Spuren hinterlassen: £mr reden in der uralten Raschikapelle und Synagoge zu uns die klassischen Jahrhunderte des TalmudstudiumS: zn unseren' Gemnle aber sprechet! die cfen* mnsvonnenen. alten Grabsteine auf dem 'jüdischen Friedhof, ' dessen Zauber sich keiner entziehen kann, der sich in unserer raschlebigen Zeit noch den Sinn für Naturzanber und für die Romani k der Bergangenheit bewahrt hat. Diese Grabsteine als Quelle für die Geschichte der jüdischen Gemeinde Worms werden in vorzüglicher Weise ergänzt durch die Akten des jüdischen Gemeindearchivs; die der Verfasser der vorliegenden verdienstvollen Schrift zur Grundlage feiner Darstellung. gemacht hat^ Da ziehen sie an uns vorüber, die alten Gestalten einer längst' verklungenen Zeit, die Rabbiner und Prediger der Wormser Gemeinde, ihre Kantoren und Lehrer, ihre Sekretäre und. Rechner und ihre Synagogcndiener.. Wir hören von dem in seiner Gemeinde hochangcschencm Rabbiner Samuel Levi, dem Großvater des Generalmusikdirektors Levi im München, des bekannten Wagnerdirigenten. Wir sehen vor uns den Vertreter der „alten Richtung" im jüdischen . Gem-eindeleben, dsn Rabbiner Jakob Bamberger, der sich schließlich trotz aller Ablehnung „moderner" Bestrebungen doch zu Konzessionen in der Frage der deutschen Predigt herbeilassen muß. lieber Worms hinaus ist der Name des Predigers Ludwig Leivysohn gedrungen, des Herausgebers von 60 .Grabsteininschrifteu des Wormser Friedhofs und des Lerfasscrs eines von Alexander von Hnmboldt bewunderten na1nrwisfen''chasü lichen Werkes: „Zoologie des Talmuds". Der begabte Kanzelredner und Talmudist, Dr. Markus Iastrow, dessen Charakterbild durch Hochmut uiib Unerträglichkeit entstellt wird, findet schließlich in Philadelphia eine netre Heimat. Im Gegensatz zn ihm ist Rabbiner Dr. Stein auf eine Milderung der Ge gen sähe in der Gemeinde bedacht und suchteinen Ausgleich herbeiznführcn zwischen dem Erbe der Vergangenheit und den Forderungen einer neuen Zeit. Wie sich in gewissem Sinne die Abwandlung der Zeilströmungen in der Persönlichkeit und dem Wirten der Rabbiner verkörpert, so stnd auch die. übrigen gottesdienstlichen Gemeind'ebeamten..Vertreter ibrer Zeit. Mit Recht macht der Verfasser gar kein Hehl daraus, daß so mancher Vorbelcr nach Vorbildung und Persönlichkeit so,wenig' für sein Amt geeignet war, daß er alsbald wieder aus dem Gemeindedienft ausscheiden mußte, wobei interessante Streiflichter auf die kümmerlichen Gehaltsverhältnisse der Angestellten fallen. Wenn man das Buch als Ganzes betrachtet, so muß man sich immer vor Augen halten, daß cs sich hier nur um eine sorgfältige. Materialsammlrrng zur Geschichte einer der. ältesten Juden gemeinden handelt. Darin liegt freilich aud) zugleich die Begrenzung des Buches. Aus den Bausteinen, die hier für die Zeit von der Mitte des 18. Jahr-.. Hunderts bis zur Gegenwart zufammengetragen. find, müßte sich dann, nicht gesondert, in einzelne Kapitel (Rabbiner, und Prediger; jSrjrr Kantoren; Zweite Kantoren; Lehrer; Sekretäre und Rechner; '^yna--