Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Innerjüdische Fragen
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 2)
- Language
- German
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24 >:-eiitid)cn Iiercb OjMiibeit jn hclferi, sei rmsmr Pflicht als Jur)en, ali Dr-üsci)c \mb als Menschen. Die Lätiglcit deS vor: uns mitgcschaffemn: ArbciLcrfürsorgcamlcS sei eine überaus wichtige, an bcr sich jeder beteiligen müsse. Verbreei-erische und schädliche Elemente würden selbstverständlich nicht geschützt. Menscher: aber in: Stich zu lassen, die, weil sie Juden surd, Not leiden, sei sträflich. Nicht austcr acht gelassen werden darf, daß daS Ansehen Deutschlands in: Ausland geuEig ges<l)L-'igt würl>e, »renn wir die b.drängt^ Ostjuden von uns stoßen würden, ganz abgesehen davon, daß eine Beeinflussung der Ostju'oen im deutschenJnteresse bei einer späteren Weitcnoauderung vonhöchstcr Bedeutung für Tentschland ist. Tie Differenzen mit dem Verband der neutralen Jugendv-creine feien außerordentlich bedauiN'lich Der Bcschlr.ß des Hanvtvorstandes vorn April 1021 sei zu Unrecht als Kaurpfansage ach gefaßt ivorden. Im Interesse einer Zusammenarbeit der Jugend sollte:: unnötige Schärfen vermieden worden. Viele Vereine des neutralen' Verbandes, feien feit ihrer Gründung treue Mitarbeiter des E.-V, vor allen: in: Westen sei das der Fall. Engste Fühlungnahme mit der Jugend sei unerläßlich. Man dürfe aber nicht vergessen, daß die Jugendbewegung von 1021 nicht mehr dieselbe sei wie die von 1914; mau muffe sich danach auch auf .seiten der Alteren einstellen und nicht Methoden anwenden wollen, die heute verfehlt seien. Die ständige Zusammenarbeit mit dein K. C., den „Kameraden", dein e i ch s b n n d jüdischer Frontsoldaten und den: neugegründeten N e i ch s v e r b a n d d e n t s ch e r Studierender jüdischen Glaubens sei weiter selbstverständlich und hocherfreulich. Die Na u n: a n n s ch e B e w e g u n g l^eichuct. der Redner als eine öedauerlicl)e Erscheinung, w.il )k nichts nütze, aber viel dadurch schade, daß sie den Antisennwn durch allerlei Ungeschicklichkeit Waisen licsc-re. Referent zitiert aus der jüngsten Schrift Naumanns, „Bo:: mosaischen und nichtrnosaischeu Inden'' eine Reihe von Stellen, die die tiefe Gegensätzlichkeit dieser Bewegung zi: der unsrigeu dartun. Bor allem in der vollkornmcnen Ablehnung des religiösen Judentums liegt die Differcuz. Wenn Jmdrnrtnm, )vit bei Ncrrinann, bloßes Stammesjudennnn ist, so besteht eine starke Benoa:ü)tschast mit den: nationalen Judentum, das auf die gleiche Grundlage sich stützt, aber in seinem Ausbau konsequenter ist als Naumann. Sonderbrölelewn dürfen uns nicht beeinslussen, zumal dann, nicht, wenn sie an den Grundfesten unserer Weltanschauung rütteln 2 Naamnnnsche Gründung. Der C.-V. warnt die deutschen Juden vor dem Beitritt zu der Naumann^ schen Gründung. Sie ist gefährlich und geeignet. Verwirrung nach innen und cufecn *u stiften; sie ist üderslüsstg, weil das deutsche Ideal seit jeher unzweideutig im vertreten worden ist. .. L. Jugendbewegung. Solange der L.-B. nicht eigene Zngendornvven gründet, wird er die bestehenden Jugendorganisatlomm mit Rat und Tat unterstützen, wenn und soweit ihre Wirksamkeit mü ben Grundsätzen deS L.»v. b h felbstdewutzteS Judentum mit dem Bekenntnis der Zugehörigkeit der deutschen Juden zum deutschen Volk im Din klang steht. Die dazu erforderlichen Mittel werden ülljLhrlich VercitgesteLt.