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Im deutschen Reich · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 17

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Article
Innere Mission
Date
1922-01-01
Page
Seite 17 (sequence 6)
Language
German
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17 frrriptucrfflmnifang des (5enirnlpcrcn\* Jugend ein religiöses Ideal geben upd tvarnres jüdisches Leben, keine falte Philosophie. Als vor 200Y Jahren di? jüdischen Exilanten aus der babylonischen Verbannung zurückkeyrten und den Tempel wieder aufüaucn wollten, rings umgeben von Feinden und Hassern, da gingen sie ans Wer? mit der Kelle und dem Schwert. Mit der Kelle bauten sie am Heiligrume, mit dem Schwerte erwehrten sie sich der Feinde. Das ist auch unsere Aufgabe. Wir müssen arbeiten mit Kelle und Schwert, die scharfe Waffe der Abwehr dem äußeren Feinde, daneben aber in Selbstzucht die Aufbauarbeit der inneren sittlichen und religiösen Erneuerung. Vor Eintritt in die Diskussion gibt Jnstizrat Dr. Brodnitz die ctei: cingetrossene Aachricht von dem Ableben des Rabbiner Dr. David Hosfmann, Sicjtovß des Rabbiner-Seminars, bekannt, die mit liefet Ergriffen hei: von der Versammlung stehend r?rnom nun im; vbc Diskussion. In der D i s I u s s i an wendet sich Jnstizrat Dr. Auerbach- Frankfurt a. M. dagegen, daß es Aufgabe des Eentrawercins sei, irgendein positives Programm hinsichtlich der inneren Mission auszustellen, oder überhaupt darüber zu diskutieren. — Das Ziel oder besser ausgedrückt, die Grundlage des Central- Vereins sei die Idee der Selbstverteidigung, aber damit sei seine Ausgabe )ücht erschöpft, sondern es müsse daneben ein positives Programm aufgestellt imten, das aber roeirer reiche als das von Dr. Freund verlangte. — Die Idee der sittlichen iinb geistigen Gleichberech-ignng nicht nur der.Juden, sondern aller derit-;ck)er Menschen rnnsse propagiert werdem — Wenn Dr. Strauß in feinem Referat gesagt l>abe, daß wir neben der jüdischen auch eine deutsche Zukunft zu scharfen hätten, die wir nur gerneinsam mit Nichtjuden schassen könnten, so gebe er,, Redner, noch weiter uni' verlange eine Rettung des Judentums dadurch, daß überhaupt keine Differenz zwischen den verschiedenen Gläubigen der Volksgemeinschaft bestehen dürfe. — Ausgabe des Centralvereins müsse daher sein, sich mehr mit freidcnkendeir Christen und Deutschen zu betätigen. Dies könne geschehen biirrl) Zusanrmemmrken mit den Vereinigungen, die das gleiche wollen. — In diescrn Sinne' müsse der CentrÄverein seine Mitglieder erziehen, damit cmf der Grundlage eines freien Deutschlands auch eine jüdische Zukunft erblühen könne. Geheimrat Dr. E. FuchS-Verlin, mit großem Beifall begrüßt, wendet sich gegen die innere Mission, die nicht Ausgabe des Centralvereins sei. Der Centralvereiu verlange Gleichberechtigung der Juden, ohne Rücksicht daraus, ob sie gut oder schlecht seien. — Auch wenn man die

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