Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Im Kampf um unser Vaterland
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 2)
- Language
- German
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bc$ EcuizcIverctrii 8 Jndogermanen. Asiaten sind und Asien die Wiege der Menschheit ist. Nach den Gesetzen der Geschichte- und der Biologie find die jüdischen Deutschen als ein Bestandteil des deutschen Volkes zu betrachten. Taß ihre Eindeutschung keine liur äußerliche ist, beweist die Tatsache, daß ihre Muttersprache nachweisbar für ein volles Jahrtausend die deutsche ist. Das .hebräische war für sie, ganz wie das Lateinische für die ckwistliche Welt, nur die Gebers- und Gelehrten spräche. Tie Juden haben in diesem Jahrtausend ein lmchangreiches Schrifttum in deutscher Sprache geschossen, dessen Massiker der Minnesänger Süßkmd von Trimberg (1215) und Liwa (Löwe) von Negensburg, der Ilebersetzer der Samuelbücher in deutschen Nibelungenstrophen sind. Tie Predigt in der Landessprache war schon im neunten Jahrhundert eingeführt: das deutsche Gebet uxrr allgemein üblich. Sprachgemeinsck-ast bedeutet aber Gedankengemeinschast. Tie Sprache,' die ich spreche, deren Tenkgeietze und Einpsindungswcrte eigene ich mir an. Deutschland ist aber für seine Juden nicht nur die Heimat der Sprache, sondern auch ihrer Sitten und Lebensformen. Ter kutturelle Güteraustausch zwischen Juden und Christen war aber nicht einseitig. Tenn die deutsche Kultur verdankt den: größten Kulturgut des Judentums, der Bibel, mehr als dem germanischen Einschlag und.dem griechischen Einfluß. Durch die Bibel ist jüdischer und deutscher Geist unlösbar ineinander verwurzelt. Welcher Segen aus dieser Verwurzelung hervorgegangen, hat Rudolf Eucken vor kurzem klar dargetan. So ist Deutschland für seine Juden das Heimatland ihrer Seelen geworden, das Land, dessen Ehre ihre Ehre, dessen Schmach ihre Schmach ist, das Land, das sie mit deutscher Treue und deutschem Idealismus lieben. Sie haben in friedlichen und kriegerischen Zeiten ihre Pflichten gegen dieses Land voll erfüllt und können daher aufrecht ihren Lästerern entgegentreten. Sie blicken nrit dankbarem Stolz auf die lange Ehrenroihe christlicher Mitbürger, welche das Hermatsrecht der Juden anerkennen und anerkannt haben. Ter Hinblick auf diese besten Christel: muß die Juden in ihrem Kampfe bestärken. Sie fordern keine Vorrechte, sie fordern ihr Recht, wenn sie ihr Deutschtum verteidigen. „Wehrt Euch, Ihr ehrt Euch, laßt Euch nicht entrechten!" Tem Tankfür die mit großem Beifall ausgenommene Rede fügt der Vorsitzende den besonderen Dank hinzu für die Abfassung der vor kurzem erschienenen Schrift „Vom Heimatsrecht der deutschen Jude n". Wer mittenim Kampfe stehe, entnehme dieser Schrift Erbauung und neue Kraft, weil sie nur Tatsachen bringe und sich aller Phrasen enthalte. Die Rede des Syndikus Dr. Ludw. Holländer, des zweiten Referenten zu diesem Punkt, haben wir in der Dezembernummer dieser Zeitschrift bereits gebracht. Die Ausführungen Dr. Holländers werden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Der Vorsitzende dankt ihm für seine von heiligem Ernst getragenen Worte namens der Versammlung. Die Ausführungen stellten in der Tat ein Programm, nichtnur fürdiese