Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1921)
- Article
- Im Kampf um unser Vaterland
- Date
- 1921-12-01
- Page
- 363 (sequence 2)
- Language
- German
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Im fiounn i-m un''er Vaterland kann, imrnec wahr bleibt, und dann, weit kritisches Eindringen in diese wichtigen Fragen nicht nur bei denen veranlaßt, werden soll, die eine Kundgebung erlassen, sondern auch bei denen, die sie entgegcnnelnnen. Man wird sich die Frage vorlegen müssen, aus welchen Gründen denn eigentlich alles das, was bisher in so erheblicher Weise über die Treue der Juden zur Heimat .. - . . - . . - . , 7 . Grunde für fccn zeautzert worden ist, letzten Endes bei einem 7r. e t i des Borwurf vcr deutschen Voltes lvirkungslos geblieben ist, weshalb umnei wieder mit denselben alten, abgegrifsenen Borwürfen die- 1 Vaterlandslosigkeit berauben, ja sogar ihr angeblicher Verrat am deutschen Volk zum Gegenstand öffentlicher'. Erörterung gemacht wird. Ter innere Grund bierfür liegt darin, das; man es so geschickt versteht, die schuld der Juden dadurch glaubhaft zu machen, daß man alles, was als Krebsschaden . des öffentlichen Lebens bezeichnet werden kann, durch fortgesetzte Beschuldigungen auf sie zurückführt. Es ist ein rein demagogisches Verfahren, das in der Weltgeschichte stets seine Erfolge gehabt har: man denke an den Herenaberglauden. Ein Unglück eiitstehe aus irgendwelchen Gründen im Volte: und sofort schreien diejenigen, die für dieses Unglück Tündenböcke suchen: „Haltet die Juden". Diese Methode muß immer wiedergebrandmarkt werden, weil sie auch in neuester Zeit von ernstesten Männern, wenn auch vielleicht im Unlerbewußtsein, geübt wird. Dies sei an drei Beispielen klargelegt: 1. Der geschätzte Freiburger Historiker Georg von Pöti^r 1 o w veröffentlicht in den „Preußischen Jahrbüchern", Band ®C0Tßl>' öw 185, Heft 1, einen Aufsatz „D i e Hemmnisse der politischen Befähigung der Deutschen u n b ihre B eseitigung". Er behandelt in diesem Aufsatz dieselben Fragen, welche Gegenstand der heutigeil Erörterung sind. Er meiilt, man föunc als ein durchgreifendes Heilmittel gegenüber den Elementen der nationalen Dekomposition die Beseitigung der Grundlagen, auf denen sie erwachsen sind, Vorschlägen, also der konfessionellen Lpalrung durch Vernichtung der Kirche der Minorität, der Judenfrage durch Vertreiben der Juden usw. Dies sei aber nicht möglich. Denn ebensowenig, wie man Deutschland in ein agrarisches Bauernland oder in ein . einheitlich protestantisches Reich zu verwandeln vermöge, könne man die Juden aus Deutschland vertreiben. Notwendig sei aber die F e r n h a l t u n g der D st j u d e n und d ie Pflege des deutschen G e m e i n g e s ü h l s als Gegenwehr g e g e u das ständig wachsende jüdische Gerneingefühl. Einer seiner jüdischen Freunde habe neulich gesagt: „Heute ist jeder "DcÄ?cheAnu.* Deutsche Antisemit." Je mehr sich das jüdische Gemerngefühl verimitstärke und ausbreite, desto weniger würden die Juden ihre Ziele und ihre Art innerhalb der deutschen Grenzen zur Geltung bringen können. Die Zahl der Juden mehre sich, die von d e r Er k en nt n is der schädlichen Wirkung aus, die