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Im deutschen Reich · 1921-12-01 · Heft 12 (Dezember 1921) · p. 362

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 12 (Dezember 1921)
Article
Ludendorff, Kaiser, Parlament und Juden
Date
1921-12-01
Page
362 (sequence 8)
Language
German
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Im bcutH'licu Reicv aus der Offizierslansbahn vollkommen ausgeschlossen waren, wenn trotz aller dieser Vorkehrungen, wenn trotz aller dieser Hemmungen für das Judentum, wenn trotz allem und alledem jene winzige Anzahl von Juden dem deutschen Volke eine ernste, eine furchtbare Bedrohung bleibt, dann ade Deutschland, dann ade deutsches Volk und deutsches Reich, dann ade jede deutsche Zukunft. Ein Volk, in dem hundert nicht den Einfluß' eines Einzelnen aufwiegen, ist und bleibt verloren. So zertrümmert denn der Volkserzieher General" Ludeudorn den Glauben an die Monarchie endgültig und unabänderlich. Wer Wilhelm II. so darstellt, wie General Ludendorff es tut, der vernichtet vollkommen die Grundlagen für einen monarchischen Wiederaufbau. Und wer, wie General Ludendorff, dem Volke den Beweis dafür zu liefern trachtet, daß neben dem Versagen der Monarchie und des Kaisertums der zweite Faktor für die Niederlage Deutschlands, der eine Jude unter hundert Nichtjuden gewesen ist, der zerstört auch die letzte Hoffnung, daß dieses unselbständige, kraftlose, von den Juden am Narrenseil geführte deutsche Volk je "ch wieder erheben wird. Deutsche Juden wenigstens gibt es, die auf diese Wiedergeburt hoffen, die aus diese Wiedergeburt rechnen, d.ie an dieser Wiedergeburt mit zu arbeiten bereit find, wohin sie auch das Schicksal stellen mag. Die Lehren, die aus dem Buche des Generals Ludendorff' zu ziehen sind, predigen freilich: „Laßt alle Hoffnung schwinden." Und da General Ludendorff das entgegengesetzte Ziel erstrebt, so erweist er eins: Dieser General, den schließlich die militärische. Uebermacht erdrückte, ist als Politiker eine mehr als unglückliche Gestalt. Der Organisator unabwendbarer politischer Niederlagen wäre er für Deutschland. Im Kampf um unser Vaterland. Auszug aus der Rede des Syndikus Or. L u d w i g Holländer auf der H a u p t v e r s a m m l n n $ des Centrawereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am 20.>21. November iu Berlin. Kundgebungen Kundgebungen im Kampfe um unser Vaterland sind, seitdem unse?Va!erl^ndwic Juden staatsbürgerliche Gleichberechtigung uns erkämpften, von kleinen und großen Körperschaften wohl unzählige Male erfolgt. Es sei für die letzten -Jahre nur an die großen Versammlungen, die der Centralverein und der Verband der deutschen Juden abgehalteu haben, erinnert. Wieder und wieder war es die Treue zum Vaterlande, die die großen Männer des Judentums in den Kundgebungen des Verbandes und des Centralvereins zum Ausdruck gebracht haben. Wenn der Vorstand des Centralvereins trotzdem zum Gegenstand seiner heutiger: Verhandlungen wiederum das Thema »Im Kampfe um unser Vaterland" gewählt hat, so geschieht das einmal, weil das alte Wort, daß das Gute nicht oft genug gesagt werden

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