Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Kritik und Sabotage
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 310 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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810 3m deutsche» Reich \7. IDcnn der Vorsitzende Dich unt Deine NIemung fragt, so sage. Du habest nichts zu bemerken. Nachher erzähle allen, wie es hätte gemacht werden müssen. \S. Tue nur das absolut Notwendige. Wenn aber andere l\lil glieder selbstlos Zeit und Arbeit für die Sache einsetzen, so klage über Vettern- und Cliquenwirtschaft. Bezahle Deinen Beitrag spat oder überhaupt nicht. 20. Kümmere Dich möglichst wenig um Werbung neuer Nlitglieder. ^aß dies Ntüller tun. Der Kern der Sache. Don Rechtsanwalt Dr. £7 a n s K a l i ] d] - <£ffcn.- r^aniftcrt Luch", das ist der Weckruf, mit dem die Arbeiterklasse gewaltige Scharen unter dem gleichen Lanner zur wuchtigsten Stoßkraft vereinigt hat. Dieser Aus gilt aber auch für alle anderen Bewegungen, die den gleichgerichteten Interessen vieler dienen wollen, von denen jeder einzeln zu schwach ist, um das zu erreichen, was er im Bunde mit anderen erreichen kann. Arbeiter, Angestellte, Arbeitgeber, Kaufleute, Industrielle, Rechtsanwälte, Aerzte, Lehrer, Landwirte, Beamte, alle haben sich zu Bünden zusammengetan, um ihre materiellen oder ideellen Interessen zu verteidigen, zu fördern. So vielen Lebensweisen, Kulturkreisen, Mrtschaftskreiscn jemand angehört, in so viele Organisationen gehört er hinein oder könnte er hineingehören. Lr muß ftd> politisch dort organisieren, wirtschaftlich dort, ^Spezialisierung ist hier bis aufs äußerste getrieben. Auch unser L e n t r a l v e r e i n deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist ein Beispiel für eine derartige Organisation. Er ist ein Zweck-- verband, der notwendig ist, um die bedrohten staatsbürgerlichen Rechte, die bedrohte kulturelle und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden zu verteidigen. In ihm haben sich alle diejenigen Juden zusammengefunden, die, in deutscher Kultur wurzelnd, unter Ablehnung eines jüdisch-völkischen Nationalismus, ihr unveräußerliches Recht, als Deutsche neben den nichtjüdischen Deutschen zu leben, verteidigen wollen. Auch unter uns deutschfühlenden Juden gibt es die allergrößten Verschieden- Helten der politischen, religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Auffaffungen. Aber in einem Punkte sind wir alle