Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Opferwoche
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 281 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vpferwoche 281 Opferrooche. Eine wundersame Gleichheit zwischen Deutschtum und Judentum hat der Krieg gezeitigt. Der haß, dessen sich die Juden erfreuen, ist etwas, was sie mit den Deutschen teilen. Als vor hundert Jahren der korsische Eroberer die deutsche Nation knechtete und sie um ihre Befreiung rang, da hat Fichte ihr das befreiende Wort zugerufen, daß kein Rlensch und kein Gott und kein von allen im Gebiete der Möglichkeit liegenden Ereignissen uns helfen kann, sondern daß wir uns selber helfen müssen, falls uns geholfen werden soll. Auch die Juden müssen sich selber helfen. In dem uns aufgedrungenen Kampfe für die Gleichberechtigung der Iudenheit und die Gleichbewertung des Judentums muß jeder seinen Alan n stehen, jeder nach feinen Kräften Mitarbeiten und sein Scherflein beitragen. Denn Recht und Freiheit müssen erkämpft und errungen werden, sie sind nicht Angebinde, die einem mühelos in den Schoß fallen. Die Lilie auf dem Felde, die nicht arbeitet und spinnt und doch wächst, der Doge! unter dem Fimmel, der nicht säet und nicht erntet, und den unser himmlischer Pater doch ernährt, sind nicht Symbole unserer Religion. Kampf und Arbeit sind unser jahrtausendelanges Erbteil. Mit dem Einsätze von Gut und Herzblut und Schweiß müssen wir kämpfen und nicht müde werden, die Welt über Judenhaß, Wahrheit und Gerechtigkeit auszuklären» (»U'N verrlschlLTN und Judentum" s. I,&V3*5.) Eugen Fuchs. * * * Unser Verein ruft zu einer Opferwoche auf! Es gilt, Mittel zu sammeln, die uns unfern schweren Kampf ermöglichen. Die Notwendigkeit des Opfers bedarf keiner Begründung. Für uns deutsche Juden handeltes sich umunsere Existenz, hier gibt es keine Frage. Das Opfer muß jeder selbstbewußte deutle Jude bringen! Lr muß es in der höhe bringen, die seine Verhältnisse nur irgend ermöglichen. Was er uns gibt, gibt er s i ch selbst! U)ir sind im Kampfe nie erlahmt und werden nicht erlahmen. Aber die Kämpfer haben ein Recht, zu verlangen, daß jeder mitbaut an der finanziellen Grundlage des Kampfes; denn Geld gehört zum