Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 9 (September 1921)
- Article
- Die Not der Schwestern
- Date
- 1921-09-01
- Page
- 270 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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270 Im deutschen Reich Bewußtsein voraus, daß sie nicht um Lohn oder um des Ruhmes wegen ihre Arbeit tut. sondern daß ihre Tätigkeit ein wahrhaftes Kiddusch Haschen: bedeutet, daß sie für das Judentum und um des Judentums willen manches erträgt, , was als bezahlte Leistung unerträglich wäre. Mögen sich alle unsere Glaubensgenossen in Deutschland dar« über klar sein, was die Auflösung der jüdischen Schwestern« Vereine bedeuten würde! Es wäre ein Armutszeugnis für das deutsche Judentum, wenn es nicht gelingen würde, das so vielversprechend in Angriff genommene und zum Teil vorzüglich entwickelte jüdische Schwesternwesen weiterhin leistungsfähig zu erhalten. Vermischtes. Die Quelle der „Protokolle" entdeckt. In einer Reihe von Artikeln bringt die «Times", welche erst neulich die «Verhandlungsberichte der Weisen von Zion" als ernst zu nehmen besprochen hat, den mit Beispielen belegten untrüglichen Nachweis, daß sowohl diese. Berichte als auch das Friedhofskapitel im Retcliffschen Roman „Biarritz" in einer Schmähschrift gegen Napoleon III. ihre Quelle haben, welche im Jahre 1864 von dem Pariser Rechtsanwalt Jo ly verfaßt und 1865 in Brüssel gedruckt wurde. Der Titel der Schrift lautet: Pialogue aux enfers entre Machiavelle ©t Montesquieu, ou la Politique de Machiavelle au XIX siede. Par un coiitemperain. (Ein Zwiegespräch in der Unterwelt zwischen Machivelli und Montesqieu oder die Politik Machiavellis im 19. Jahrhundert. Von einem Zeitgenossen.) Das Buch befindet sich in der Berliner Siaatsbibliothek. Wir werden in nächster Zeit nach eingehender Prüfung eine kurze, zusammenfassende Darstellung der ganzen Fälschung und ihrer Entlarvung geben. Walter M. Chandler vor: New Dork, ein Christ, Hai im Repräsentantenhaus zu Washington am 20. April d. I. eine Rede über die jüdische Einwanderung in die Vereinigten Staaten gehalten. Diese Rede verdient die Beachtung und den Dank aller Juden der Welt, und nicht, nur aller Juden, sondern aller jener, die mit freiem Blick und human denkend große politische Fragen, Fragen der Religion und der Kultur, zu betrachten pflegen. Die Rede von Chandler irr ihrer Vornehmheit kann der großen Rede von Macaulay an die Seite gestellt werden, die dieser im englischen Parlament für die Emanzipation der Juden im Vereinigten Königreich gehalten hat Wenn eine Geschichte der Entwicklung moderner politischer Vorurteilslosigkeit geschrieben werden sollte, so wird niemals die Rede Macaulays übersehen werden können. Aber auch die Rede Chandlers wird man beachten müssen. Auf diese Rede, die in Washington gehalten wurde, im einzelnen einzugehen, ist hier nicht der Ort. Aber eine Bemerkung aus diesen