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Im deutschen Reich · 1921-09-01 · Heft 9 (September 1921) · p. 253

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 9 (September 1921)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1921-09-01
Page
253 (sequence 6)
Language
German
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Zsitschau 253 Vorurteile entstandene Haß von Mensch zu Mensch abgeworfcn werden muß. Man mag — um daS in Parenthese zu sagen — über Jugendbewegung denken wie man will, eines muß von jedem, auch dem Aelteren verlangt werden, daß er sie ernst nimmt. Man kann auch einfach nicht mehr die Bewegung der Jugend unserer Tage vergleichen mit der Jugendbewegung vor der Revolution. ES ist etwas gänzlich bleues entstanden, etwas, das unendliche Werte birgt und vielleicht wirklich in unserer Zeit des Zusammenbruchs die einzige Quelle aufsteigenden Lebens ist. Wenn auch noch manch Ungeklärtes vorhanden ist, wenn auch manches nach außen hin deshalb nicht als neu in die Erscheinung tritt, rveil die Befreiung der Bewegung von Vergangenem noch nicht restlos geglückt ist, so muß doch heute schon gesagt werden, daß der Wille dieser jungen Menschen stark und ihr Ziel groß ist. Vielleicht überwindet also diese Jugend, wenn sie selbst sich davon frei gemacht hat, auch einmal den Antisemitismus. Wir aber haben mit der Tatsache zu rechnen, daß wir noch mitten in diesem Treiben stehen, das uns so manchmal wie ein trauriger Gespenstertanz vorkommt! Ist es nicht so, wenn der einstmalige Liebling der angeblich so ehrlichen und biederen Deutsch-Völkischen, Herr Köhn, die Geldflüssigkeit der Zeit ausbeutet, um Millionen aus den Taschen anderer in seine Tasche verschwinden zu lassen? Ist es nicht so, wenn HerrWulle, der große Gott der Antisemiten, mithin ein Vertreter der von der rassereinen Ariern in Erbpacht genommenen Wahrheit, einmal die Farben Schwarz-Rot-Gold als die Versinnbildlichung der Einheit des deutschen Volkes bezeichnet und dann wieder diese Farben als die schmachvolle Judenfahne beschimpft! Es ist schwer, in diesem Wirbel den klaren Sinn zu behalten, schwer besonders für die, die von dem Wirbel umweht werden und die niederzuwerfen es eigentlich gilt. Klaren Sinn behalten wir nur dann, wenn wir immer und zu allen Zeiten erkennen, daß ein Kampf wie dieser nur durch die Lüge und den Haß angezettelt werden kann, und daß wir ihm nichts anderes und glücklicherweise auch nicht mehr entgegenzustellen haben, als die Wahrheit und das Recht, und daß •:.§ nur gilt, diese beiden zu verbreiten. Das soll für uns alle nicht lediglich ein Wort, sondern auch eine Tat sein! 25. August 1921. K. A. Beachtet die Anzeiges Philo Verlagl Wetttoujrm Zude»fah»e

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