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Im deutschen Reich · 1921-09-01 · Heft 9 (September 1921) · p. 248

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 9 (September 1921)
Article
Kommunismus, Sozialismus und biblisches Judentum
Date
1921-09-01
Page
248 (sequence 4)
Language
German
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2-13 In, deutschen Reich Oberschlksie» vollkommmmg erwartet, während die Sozialdemokratie, das Werkzeug des Marxismus, bereits Gegenwart denkt und nicht nur denkt sondern handelt, ja sogar in ihren Ausläufern (siehe Rußland) blutiges Handeln nicht scheut. Die Frage, ob etwa eine Neigung zum Radikalismus Eigenschaft der jüdischen Nasse ist. liegt außerhalb meines Themas. Als Schlußbemerkung sei aber ans folgendes hingewiesen: Wären die Juden nicht konservativ eingestellt, so gäbe es ein Judentum längst nicht mehr. In Persien wehrten sie sich im dritten Jahrhundert in blutigen Kämpfen gegen den Kommunismus. In Rußland sind gegenwärtig die Juden die Gesamtheit, welche wohl am meisten unter dem Bolschewismus leidet. Wenn trotzdem die Zahl der bolschewistischen Führer jüdischer Abkunft nicht gering ist, so gründet sich das auf wirtschaftliche'und politische Knechtung geistig regsamer, ihrer Merrschenwürde bewußter Juden, die in der Verzweiflung über ihre Lage die spezifisch jüdische Weltanschauung abstreisten. Auch die guten Zeiten, in denen in den Sommermonaten sich selbst die Politik eine Ruhepause gönnte, scheinen endgültig vorbei zu sein. Jedenfalls in diesem bewegten Jahre hat man trotz Gluthitze nichts davon gemerkt, daß die Menschen, die Politik und Geschichte zu machen glauben, die großen und die kleinen, sich abgespannt fühlen. Mitten in die Hundstage hinein hält die Welt die oberschlesische Frage in Spannung, eine Frage, von der jeder weiß, daß sie aus mancherlei Gründen keine deutsche, keine europäische mehr, sondern eine Weltfrage ist; hängt doch mehr oder minder die zukünftige Ruhe Europas, die wirtschaftliche Gestaltung eines Teiles der alten Welt von der Entscheidung ab, die man zu treffen für gut befindet. Es muß zumal für die Menschen, die durch die Entscheidung am schwersten betroffen werden, weil Oberschlesien ihre Heimat ist, ein wahrhaft unerträglicher Zustand sein, daß statt Klärung nun wieder neue Ungewißheit, vielleicht auch neue Unruhen ihrer harren. Für die deutschen Juden Oberschlesiens insbesondere mögen diese Tage keine beneidenswerten sein; für sie ist die innere Entscheidung, über die es nie einen Zweifel gab, lange gefallen, und sie haben sie durch ihre Abstimmung äußerlich bekundet. Um so unzweifelhafter aber für sie diese Entscheidung war, um so heißer mögen sie dem Tage der Erlösung entgegenharren, der hoffentlich ein Tag der Entscheidung für Deutschland wird. Noch zu lebendig und zu nah ist die Erinnerung an das, was die Polen in den anderen „erlösten" Gebieten den Juden getan haben; doch ist diese Erwartung zahl-

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