Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 9 (September 1921)
- Article
- Vor dem Winter
- Date
- 1921-09-01
- Page
- 245 (sequence 4)
- Language
- German
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Siomiiumtemus, SoziaLis.-uus und biblisches ^udentmn 24ö seien nicht positiv. Wer die Baugrube aushebt und den Schutt abfährt, baut ebenso am Hause mit wie der Zubereiter des Mörtels. Wir sind positiv, weil wir ideelle und materielle Lebensbedingungen schaffen und befestigen. Wir sind positiv, wenn wir Eingaben verfassen, Verhandlungen Pflegen, Bücher und aufklärende Broschüren schreiben, falschen Gerüchten nachgehen, die Unwissenden aufklären und für die Erhaltung des inneren Friedens sorgeru Trotz all' dieser Anstrengungen blüht immer noch der Judenhaß. Das ist jedem klar, der geschichtlich denken kann und die seelische Not unseres Vaterlandes und deren üble Nachwirkungen auf den Volkscharakter richtig einschätzt. Sagt es darum den kurzsichtigen Toren, die sich wundern, daß trotz ihrer zehnjährigen Beitrags* leistung von jährlich etwa 12 Mark an den Centralverein der Judenhaß noch nicht ausgerottet ist. Legt ihnen die Frage vor, ob man weltgeschichtliche Erscheinungen in wenigen Jahren durch kärgliche Pfennige oder durch das Fehlen ihrer persönlichen Teilnahme an der Arbeit töten könnte? Nur Organisation, Anspannung aller geistigen Kräfte, Wahrheits* und Vaterlandsliebe können uns unserem Ziele näherbringen. Unser Leitsatz darf nicht sein: „Wer leben wird, wird sehen", sondern: „Wer arbeiten wird, wird erkennen." Und nur unser Centralverein kann wirken, weil er sich auf den Einzelnen stützt, auf die große Freiwilligkeit der Einzelpersönlichkeit, die zwar oft zu versagen scheint, aber letzten Endes unsere 3u?unft bedeutet. Denn der freiwillige Mitarbeiter wird der wahrhafte Soldat sein, der für sich und die Zukunft der Seinen mit Herz und Hand eintritt. Darum achtet auf die Kleinarbeit mit dem Einzelnen und am Einzelnen! Glückauf zur Winterarbeit! Kommunismus, Sozialismus und biblisches ZudeuLum. Von I. Wolfssohn-Berlin. Der Aufsatz unseres geschätzten Freundes, des Herrn I. Wolfssohn, ist als eine interessante religionsgeschichtliche Studie anZusprechen. Er ist durchaus nicht bestimmt, und ebensowenig ist es unsere Absicht, ein Werturteil über Sozialismus oder Kommunismus abzugeben. Der Aufsatz und wir mit ihm wollen vielmebr nur zeigen, daß unsere Religion überhaupt nicht in die Schablone einer politischen Partei hineinpaßt. Politische Parteien verfolgen irdische Nützlichkeitszwecke, wahrend die Religion Ewigkeitswerte schafft, indem sie Erkenntnis des Sittengesetzes und menschliches Bedürfnis nach ethischer Lebensführung fördert. (Die Schristl.) Als einer der gewichtigsten Beweisgründe für die Schädlichkeit des „alles zersetzenden Judentums" gilt Rechtsparteien und manch' anderem ahnungslosen Staatsbürger die Tatsache, daß es zahlenmäßig einen großen Anteil zur Sozialdemokratie und zu den Führern des Kommunismus stellt. Man folgert daraus, daß die Zu-