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Im deutschen Reich · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · p. 223

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Article
Deutschvölkische Literaturgeschichte
Date
1921-07-01
Page
223 (sequence 4)
Language
German
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Sie sie das Volk betören 223 Also nun wissen wir Juden doch endlich, was wir leisten müssen, um in bete Augen des Herrn Professor Bartels als vollwertige „jarnojc Deutsche" zu gelten. Ä- * Bis dahin könnte '.»an den neuesten. Fall Bartels mit vergnügten Sinnen betrachten, als ein heiteres Zwischenspiel in ernster Zeit — wenn die Begleitumstände ihm nicht ein ganz anderes Gesicht gaben. „Die Jüngsten" treten nicht etwa als antisemitischer Literaturkalender uns — in diesem Falle müßten sie als durchaus zweckentsprechend bezeichnet Werden — sondern als Literaturgeschichte auf wissenschaftlicher Grundlage. Das Buch ist in einem angesehenen Verlag erschienen, der dem Wer! die Empfehlung mit aus den Weg gibt, daß es „ein unentbehrliches Handbuch und Nachschlagewerk für jeden literarisch Interessierten und literarisch Arbeitender! sei". Das Buch hat denn auch den erwarteten Anklang gefunden; die erste Auslage in Höhe von zehntausend Stück ist in wenigen Wochen abgesetzt worden, die zweite befindet sich in Vorbereitung, und ernste Blätter haben ihm die Anerkennung nicht versagt. Wie kannte das int Lande der Dichter und Denker möglich werden? Wie konnte ein Schriftsteller und Gelehrter so offen und rücksichtslos, ohne jeden Versuch, sein Verhalten auch nur im geringsten zu kaschieren, die selbstverständlichsten Gesetze und Gepflogenheiten wiffenschaftlichen Arbeitens beiseite schieben? Wie kann in Deutschland ein solches Buch erscheinen, ohne sofort seinen Urheber der Lächerlichkeit preiszugeben? Wie kann das deutsche Volk ein solches Buch annehmen? Die Antwort ist nicht so schwer zu finden: Weil cs gegen die Juden gerichtet ist, und weil der -Volksgeist schon so zersetzt ist — diesmal aber nicht durch den jüdischen Geist — daß man ihm alles bieten darf. So nur ist das neueste Werk des Herrn Professor Bartels zu werten: Es ist ein Zeichen der Zeit — und rein g n tes! _’_ Wrs fte das Volk SeLSrerr. Von Rabbiner l)r. Loev y - Verli n. In der letzten Zeit hat ein Zitat aus dem „Handbuch der I u d e u f r a g e" Don F ritsch, 28. Auflage, Seite 351, vielfach die öffentliche Meinung erregt. F ritsch behauptet darin, e s s e i i in S ch n I ch a tt A r u ch b e nt Juden verboten^ für einen Nichtjuden zuungunsten eines anderen Juden Zeugnis a b z u l e g e n. Gehen wir einmal an diesem typischen Beispiel der Wahrheitsliebe Fritsch-Snach. Das Zitat von Fritsch lautet: „Dem I udenistesverö o t e u . snr eine n Aku m z u un q un ft e n et n e s an beten Juden 3 c u g ii i s a b z u l e g e n. (C h. tz a m i s ch. 28, 3Z" Th. Fritsch bezeichnet dieses wie seine "übrigen Zitate als summarische ^Inhaltsangabe, legt also, wie er sagt, kein Gewicht auf wörtliche Uebersetzuna, sondern auf Wiedergabe des Sinnes und stellt die Behauptung auf, der richtige Sinn dieser Schülchan-Aruch-Steile wäre durch seine Worte ausgedrückt Daß dieses nicht der Fall, seine Ueöersetzung, die alles

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