Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Article
- Deutschvölkische Literaturgeschichte
- Date
- 1921-07-01
- Page
- 222 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316912-2316918-2358680--32086-2358785- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Im deutschen Reich 930 klärt [jüi, muß man ihn natürlich mit Trotzki und Sinowjew- Apselbaum zusammenstellen (S. 226). Durchaus anerkennenswert ist die Offenheit und Gewissenhafiigfeit, womit Bartels zugibt, was er nicht weiß, so z. B.: Von Rudolf Borchardt weiß ich noch nichts. Jude wird er ja sein (S. 172). Bon . ..GustavSack weiß ich nur, daß er kein Jude war, was nur seine Frau einmal geschrieben hat (S. 231). Zu den Aristokraten kommen wir mit Wolf GrafenKalkreuth (über den ich nichts Näberes weiß). (S. 144.) Aber diese Lücken haben ja nichts zu sagen, sie werden aufgewogen durch die wissenschaftlich so außerordentlich wertvollen Angaben über das Verhältnis der Schriftsteller zum Judentum oder anderen „kennzeichnenden" Gemeinschaften, wie z. B.: Bon Albert Ritter weiß ich nur, daß er Sekretär des Alldeutschen Verbandes war (S. 52). Wilhelm B e r s h o f e n : Er war Mitglied der Nationalversammlung (Deutschdemokratische Partei). (S. 144.) Daß in einem so genau „gearbeiteten" Werke Zweifel und Unrichtigkeiten Vorkommen können, wird man zugeben und darum entschuldigen müssen. Daß Bartels z. B. in Mynona eine Jüdin vermutet (S. 228), hat nichts zu sagen; „er" ist immerhin ein Jude. Wir wollen auch keine Haupt- und Staatsaktion daraus machen, daß er den Kattowitzer Arnold Zweig zu einem österreichischen Juden macht. Dagegen ist es bedenklicher, daß er diesem zwei Dramen in die Schuhe schiebt: „Ritualmord in Ungarn" und „Die Sendung Semaels" (S. 231). Als Fachmann müßte der Herr Professor wissen, daß hier zwei gleich eins ist; d. h. daß -es sich um ein Drama handelt, das nur den Titel gewechselt hat. Er hat es aber jedenfalls nicht gelesen, wie so vieles andere, worauf der Herr Professor übrigens nicht wenig stolz ist. Zum Schluß nun noch drei Kostbarkeiten, die verdienen, für sich genossen zu werden: Heinrich 3)!ßiutv der ältere der beiden Brüder, die, weil sie eine portugiesische Mutter haben, dem Judentum so nahegefoimuen sind (S. 102). Wahrscheinlich dadurch, daß die Portugiesen von den Ariern zu den Semiten hinübergewechselt sind. K l a b u n d, eigentlich Alfred Henschke ... Er hat immerhin eine jüdische Großmutter (S. 172). . . . und der famose Rideamus (Fritz Oliven) beweisen am Ende, daß wir Deutsche doch bessere Menschen sind (S. 128). Oliven, der Jude, ein famoser Deutscher! Rideamus, der Verfasser der „Berliner Bälle": „Annemarie, die Tochter vom Haus, Sieht heute wieder entzückend aus. Sie ist gewachsen wie eine Pinie, Sie hat eine klassische Nackenlinie. Doch hat sie einen scheußlichen Ruf! Möchte wohl wissen, wer ihr den schuf!" Usw.