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Im deutschen Reich · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · p. 214

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Article
[Ohne Titel] / L. H.
Date
1921-07-01
Page
214 (sequence 7)
Language
German
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214 Im Lrutschen Reich mrd Frauen gibt, die ihre Auffassung zwar auf Grund einer durchaus irrigen, aber auf der anderen Seite achtenswerten Ueberzcugung gewonnen haben und die glauben, auf dem rechten Wege zu sein. Hier, wie auf anderen Gebieten des öffentlichen Lebens, sind eben Jrrtümer und falsche Anschauungen nie ganz auszurotten; Aber gerade diese Männer und Frauen sollten in dem bei ihnen vorausgesetzten berechtigten Streben nach Wahrheit von der Presse ihrer Richtung strengste W a h r h e i t f o r d e r n. Der Inhalt der gegen uns gerichteten Vortröge und Zeitungsartikel würde dann auf ein überaus dürftiges Maß beschränkt sein. Ein Versuch, in diesem Sinn aus die sogenannte nationale Presse einzuwirken, müßte gerade von den Männern und Frauen innerhalb der Deutschnationalen Bolkspartei unternommen werden, denen wir wegen ihrer Ueberzeugungstreue unsere Achtung niemals versagen. Auf der anderen Seite ist zu beklagen, daß das Gesetz uns keine Möglichkeit gibt, gegen unsere Verleumder gerichtlich vorzugehen. Das Reichsgericht hat wiederholt entschieden, daß die Juden in ihrer Gesamtheit eine unbestimmte Personengemeinschaft sind. Werden die Juden beleidigt, so sind einzelne Juden oder von ihnen gebildete Vereinigungen deswegen nicht strasantragsberechtigt — man denke an die letzten Vorgänge in Memmingen, über die noch zu sprechen sein wird —, weil eine bestimmte, von der Beleidigung verletzte konkrete Masse nicht vorhanden sei. Wohin diese Auslegung führt, haben die obigen Beispiels gezeigt, sie führt zur B olks ver g i ftung und zum Volks betrug. Damit wird die innere Ruhe des Staates und das gedeihliche Zusammenleben der einzelnen Volksschichten im höchsten Maße beeinträchtigt. Darum kann man nur wünschen, daß unsere Bestrebungen, eine anderweitige Regelung dieser für die Gesamtheit so wichtigen Frage zu finden, von Erfolg begleitet sein mögen. S o geht es nicht weiter! Das sogen wir in allererster Linie im deutschen Interesse! _ L. H. Zur OfHrrdenfrage. Von Or. Werner Senator, Sekretär d. ArbeiLsrfürforgeamtes d. jüd. Organisationen Deutschlands. Wenn wir in Her Politik von der Ostjudensrage in Deutschland sprechen, so sollten wir immer daran denken, daß wir damit eigentlich der antisemitischen Propaganda einen Begriff entlehnen. Die Ostjudenfrage in Deutschland ist'staatsrechtlich wesentlich eine Ausländerfrage. Was ihr gewisse Besonderheiten verleiht, ist gerade der Antisemitismus und sind gewisse geschichtliche Begebenheiten, die uns veranlassen sollten, hier eine Deutschland besonders angehende Frage innerhalb der ganzen Äuslünderfrage zu erblicken.

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