Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Article
- [Ohne Titel] / L. H.
- Date
- 1921-07-01
- Page
- 212 (sequence 5)
- Language
- German
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212 Im deutschen Reich „Sunde und Juden haben keinen Zutritt V Es wird dann geschildert, wie Anfang Juli ein j üd i - scher Bergarbeiter von seiner Grube wegging, um sich nach Hause zu begeben, wie polnische Insurgenten sich aus ihn stürzten mit den Worten „Ein jüdischer Orgeschmann!" und es heißt weiter: „Sie mißhandelten ihn in einer gary fürchterlichen Weise Während der Mißhandlungen krallte sich der arme Mensch vor Schmerz in die Erde ein. Da er noch nicht tot war, schafften sie ihn in eine etwa 5 Minuten entfernte Ziegelei und gaben ihm zwei Schüsse durch den Kopf." Erst vor kurzem ist der junge Haase aus Rybnik beerdigt worden, der in heldenmütiger Weise für den deutschen Charakter seiner Heimat eingetreten und von polnischen Insurgenten ermordet wurde. Man könnte eine ganze Reihe solcher Beispiele anführen. Wo aber finden wir in den Kreisen derer, welche sich als die Hüter der deutschen Treue ausspielen, eine Anerkennung oder nur eine Feststellung dieser Tatsachen? Im Gegenteil: Nur Schmähungen über Schmähungen gegen die Juden. Noch niemals ist so viel in der sich fälschlicherweise national nennenden Presse über die Juden zusammengedichtet worden, noch niemals sind sie so beschimpft worden wie jetzt. In der „Deutschen Zeitung" vom 4. August werden die Veranstaltungen einer Deutschvölkischen Loge mit den Schlußworten angekündigt: „Hunde und Juden haben reinen Zutritt!" Wir sind menschlich über diese Schmähungen erhaben, wir haben für alle diejenigen, die in ihrem Empfindungsleben so tief gesunken sind, daß sie sich solcher Zusammenstellungen bedienen, nur Bedauern. Aber wir müssen warnend unsere Stimme erheben, unr die Millionen von Gutgesinnten auf die Folgen der allgemeinen V o l k s v er r o h un g aufmerksam zu machen, die unter allen Umständen eintreten wird, wenn cs so weitergeht, eine Verrohung, welche nicht nur die Juden, sondern ebenso die g c s a m t c d e u t s 6) c Volksmasse bedroht. Dabei sind es nicht nur Schmähungen und Beschimpfungen, die uns Zorn und Scham in die Seele rufen, viel tiefer treffen uns die unwahren Tatsachen, die in Flugblättern und in bestimmten Zeitungen systematisch über uns verbreitet werden. Es ist unmöglich, aus die Legion von Unwahrheiten einzugeheu, die täglich und stündlich dem deutschen Volke aufgetischt werden. Ein typischer Fall mag herausgegriffen werden: zuerst auf einem anonymen Handzettel, dann in verschiedenen Blättern wurde folgendes veröffentlicht: