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Im deutschen Reich · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · p. 193

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Article
Betrachtungen zum jüdischen Nationalismus
Date
1921-07-01
Page
193 (sequence 1)
Language
German
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3m Seulschen Seich. Zeilschüfi des Ceukralvereius derrlscher AsalsbSrger jgdrschm GlMdras. -— Erscheint dfmoi im Jahre. Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, dre deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens chne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatlrüstigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung, sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XXV!!. Zahrg. Berlin, JAlr Arrgrrft 1921. Nr». 7/8 BeLrachtungen zuw jüdische« MationalisMUs. Bon Prof. Dr. Julius Goldstein - Darmstadt. Wenn wir ein Zionist sagt: Ich bekenne wich zur jüdischen Nation, so nehme ich diese Erklärung mit den Worten entgegen: Und ich bekenne wich zur deutschen Nation. Wir haben uns dann nichts weiter zu sagen, da wir nur die Tatsache unserer Entscheidung zum Ausdruck gebracht haben. Ich achte seine Wahl, wie ich auch von ihm verlange, daß er die weinige achte. Wenn er aber fortfährt, seine Wahl mit sittlichen, religiösen und politischen Gründen zu rechtfertigen, und weine Wahl für die deutsche Nationalität als einen Mangel an Judentum und sittlicher Folgerichtigkeit angreift, dann muß ich den Gehalt seiner Grunde prüfen, muß weine Gegengründe angeben und die Unzulänglichkeit seiner Position darzulegen versuchen. Gegen Willensentscheidungen läßt sich nicht argumentieren, wohl aber gegen die Gründe, die diese Willensentscheidungen stützen sollen. Man muß nur von vornherein klar sein: Gründe richten im allgemeinen wenig gegen Willensentscheidungeu aus. Aber deshalb ist diese Darlegung der Gründe nicht nutzlos. Man wird sich seiner eigenen Entscheidung klarer bewußt. ° So erging es mir, als ich die kleine Schrift von Felix Weltsch, „Judentum und Nationalismus", las. Sie ist eine Apologie des jüdischen Nationalismus; sie ist schlicht und vornehm in Sprache und Ton; sie will über die Klärung der Begriffe Nation, Nationalismus und Judentum zu einer Entscheidung im Sinne des jüdischen Nationalismus ausrufen. Ich kann mir denken, daß die scheinbare Durchsichtigkeit ihrer Logik, die ethische Wärme ihrer Behauptungen auf junge Gemüter Eindruck macht. Sie bringt kaum neue Gedanken, aber sie sichtet und gruppiert mit pädagogisch geschickter Hand das Gedankenmaterial

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