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Im deutschen Reich · 1921-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1921) · p. 177

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1921)
Article
Das Ende palästinensischer Illustionspolitik
Date
1921-05-01
Page
177 (sequence 2)
Language
German
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Das Ende palästinensischer JllustoN§po!iti? 177 notwendig, und ihre bösesten Folger: können nur durch kluge Besonnenheit abgewendet werden. In Palästina wird sich eine verhältnismäßig ruhigere Entwicklung am ehesten erreichen lassen. -* * * Vor nunmehr einem Jahre haben sich in Jerusalem recht böse Zusammenstöße zwischen Mohammedanern und Juden abgespielt. Solche Zusammenstöße haben am 2. Mai dieses Jahres wiederum stattgesunden; diesmal nicht in Jerusalem, sondern in Jaffa. Die Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern müssen hier sehr heftige und sehr wilde gewesen sein. Nach dem ersten Telegramm von Sir Herbert SarNuel wird berichtet, daß rund 40 Personen, darunter 30 Juden und 10 Araber, getötet worden sind, und daß 142 Juden und 37 Araber in den Hospitälern verwundet liegen; weitere 28 Juden und 8 Araber waren leichter verwundet. Sie wurden in den Hospitäler^ zunächst behandelt; sie konnten aber dann sogleich wieder entlassen werden. Endlich sei noch bemerkt, daß eine Anzahl von Läden geplündert wurde. Die Folge dieser Vorgänge war, daß 60 Verhaftungen vor genommen worden sind, und das Kriegsrecht in der Stadt Jaffa proklamiert wurde. Also ein N a t i o n a l i t ä t e n k a m p f mit allen seinen charakteristischen Merkmalen. Und das ist das Bezeichnende für den Orient. . Auch dort treten die religiösen Fragen, der Gegensatz zwischen Mohammedanismus und Juden, wiewohl er gewiß nicht verwischt ist, zurück, und in den Vordergrund tritt die Nationalitätenfrage; die Frage: das nationale Arabertum gegen das nationale Judentum. Der Nationalitätengegensatz drängt hier gleichfalls den religiösen Gegensatz zurück, ohne natürlich die religiösen Antipathien vollständig auszuwischen. Nur das eine ist festzustellen, daßder moderne Mensch seine primitiven Empfindungen: seine Leidenschaftlichkeit, Brutalität, seinen Haß, seine Plünderungssucht und Mordgier unter einem neuen Etikett mit höheren Weihen zu beschönigen und zu adeln sucht. Früher kämpfte man zur höheren Ehre jenes Gottes, den man für den einzigen wahren hielt; und heute kämpft man zur höheren Ehre jener Nationalität, die man für die höher geartete, für jene hält, der einzig die Gerechtigkeit, die historische Notwendigkeit, die höchsten sittlichen und moralischen Kräfte der Menschheit und andere schöne Dinge zur Verfügung stehen. - Arme, verblendete Menschheit, die ihre vulgären Leidenschaften als Betätigung von hohem Idealismus auszugeben pflegt! -X- -X- ❖ Die Frage von Schuld und Unschuld bei den Vorgängen nt.. Jaffa hat der Strafrichter zu entscheiden. Für den Politiker hat diese Frage eine sehr untergeordnete Bedeutung. Nicht darauf kommt es dem Politiker an, wer im gegebenen Falle hier unrecht getan hat. Nicht die Frage ist entscheidend, welche einzelnen Per-

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