Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Article
- Die Juden in den Kriegsgesellschaften
- Date
- 1921-05-01
- Page
- 155 (sequence 5)
- Language
- German
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Sur Kritik oölkischsr Urteilskraft Pflicht, von vornherein dafür zu sorgen, baß das Buch in Möglichst viele Hände gelangt. Es soll darum unmittelbar seitens des Verlegers das Buch, dessen Bezugspreis etwa 8 Mark betragen wird, vor seiner A'nslieferung im Buchhandel an geeignete Anschriften geschickt werden Die deutsch-völkische Flottille hat in letzter Zeit verschiedene Biedermänner und Judenfresser über Bord gehen sehen. Namen wie Biertimpel und Braßler sind noch in guter Erinnerung. So müssen denn Leute vorn Schlage eines A r m i n mit allen Mitteln moderner Demagogie die Feuer schüren, damit das Schiff in Fahrt bleibt. Wie m u ß es um die a ntisemi t is ch e S a ch e bestellt sein, wenn sie sich solcher Kamp en und Waffen bediene n rn u tz l $nt mmit voMscher ArteLlskraft. Von lstechtsanwalt Br. Hans K alisch-Essen. Dis Leser der „Deutschen Zeitung" wurderr am Sonntags den 9. Januar^ 1921, unangenehm überrascht, als sie unter der Ueberschrist: „Schamlofe Predigt einer Jüdin in einer Christenkirch e" erfuhren, bafj es vor der alten Klosterkirche in Berlin au§ Anlaß eines Vortrages, den ein Fr!. Br. Herzfeld über „Deutsche Sittlichkeit und die Verworfenheit der deutschen Frau" gehalten habe, zu einem großen Auflauf gekommen sei. Redner auf der Straße hätten unter stürmischem Beifall gegen die Entweihung des Gotteshauses protestiert. Die Angelegenheit erregte tagelang die völkischen Kreise Berlins auf das äußerste. Am 13. Januar nahm die „Deutsche Zeitung" unter der Ueberschrist: „Die Judeupredigt in der Klosterkirche" noch einmal zu der Sache Stellung. Sie begann damit: „Die Vorgänge in der Klosterkirche in Berlin, die „Predigt" des Fräulein Br. Herzfeld gegen die deutsche Frau, beschäftigen unsere Leser andauernd. In vielen Briefen, die uns zugegangen sind, wird voll Entrüstung darüber geklagt, daß eine Jüdin es wagen durfte, die Kanzel etner evangelischen Kirche zu besteigen, und von einem evangelischen Pfarrer dabei geschützt wurde; von anderer Seite wird versucht, Fräulein Br. Herzfcld in Schutz zu nehmen ..." Die Zeitung bringt dann den Bericht eines „Angenc u g e n“ und die Erwiderung des Leiters der Arbeitsgemeinschaft r Bolksmisfion, Pastor Hölze! m Berlin. Der „Augenzeuge", „er nicht genannt wird, erzählt, daß die Volksmission zum 8. Januar alle denkenden Menschen zu einem Bortrag in die Klosterkirche gebeten habe, bei dem die jüdische Aerztin Fr!. Br. Herzfeld aus Leipzig über „Die sittliche Verworfenheit der deutschen Fra u" sprechen sollte. Darauf hätten zahlreiche Männer und Frauen deutschdenkender Kreise der Versammlung beiwohnen wollen. An der Kirchentür sei Männern der Eintritt versagt worden. Einige, die trotzdem eindrangen, de-