Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Article
- Die Juden in den Kriegsgesellschaften
- Date
- 1921-05-01
- Page
- 151 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Juden in den KriegZgesMschaftsn 151 Die Zrrderr i» derr KriegsgefelLschafte«. Buch eiste INderrstatrsE. Von Dr. Walter Leis er-Berlin, Otto Armin, der Verfasser der Schrift: „Dis Juden im Heer", hat nunmehr das schon lange vorher mit sensationeller Reklame angekündigte Buch: „Dis Juden in den KriegZgessLlschaften und in der Kriegswirtschaft, unter Benutzung amtlicher und anderer Quellen" im Deutschen Volksverlag, München, erscheinen Lassen. Wer Ln den „Juden im Heer" die „sorgfältige" und „gewissenhafte" Arbeitsmethode des Verfassers kermengelernt hat, konnte kaum im Zweifel darüber sein, daß auch diese Schöpfung sich lediglich als ein Zusammentragen und Auffrischen von nicht oder nur schwer nachprüfbaren Angriffen darstellt, die die Lntisemitische Presse und das Heer ihrer freiwilligen Mitarbeiter seit dem Bestehen der Kriegswirtschaft erhoben haben, und die zumeist langst widerlegt worden sind. Das Buch übertrifft aber alle Erwartungen. Der „erstklassige, wissenschaftliche" Stoff, der von der antisemitischen Presse unter der üblichen Begeisterung „jedem Deutschen dringend ans Herz gelegt" wird, stellt sich bei näherer Betrachtung im wesentlichen als eine Aufzahlung von einigen hundert jüdischen Namen dar, deren Träger in der Kriegswirtschaft tätig gewesen sein — sollen. Wahrend Armin im Geleitwort hochtönend hervorheöt, daß alles, was in dem Buch angeführt ist, sorgfältig geprüft und zuverlässig ist. Läßt er sich allenthalben (so auf Seite 52 und 140) ein Hintertürchen offen, indem er bemerkt: „Es mag sein, daß ein oder der andere Name zu Unrecht in das Verzeichnis hineingekommen ist, wie auch ganz gewiß noch mancher Name darin fehlt; das beeinträchtigt weder seine Zuverlässigkeit (!), noch tut es seiner Beweiskraft Abbruch." Daß Armin neben einigen hundert jüdisch klingenden Namen nicht auch der vielen zehntausend andersgläubigen Personen, die ebenfalls in der Kriegswirtschaft tätig waren, Erwähnung tut, daß er nicht Licht und Schatten richtig verteilt, liegt nicht an der Schwierigkeit der Materie, sondern dem bewußten und gewollten Mange! au Objektivität, der tendenziösen Entstellung und Verzerrung der Betrachtung. Aufgabe dieser Zeilen kann es nicht sein, aus hm gesamten Inhalt des 156 Seiten starken Buches kritisch emzugehen. Es sei zur Ergänzung nur auf die unter gleichem Titel von Hanns Falk in der Sammlung Das Licht Bd. 2 (Philo Verlag, Berlin SW 68) erschienene kurze, treffliche Gegenschrift verwiesen, deren Kenntnis und Verbreitung allen im praktischen Leben und damit im Abwehrkampf gegen den Antisemitismus stehenden deutschen Juden nicht warm genug empfohlen werden kann. Armins Schrift ist aber darum beachtlich, weil hier zum ersten Male der von antisemitischer Seite lange angekündigte Versuch gemacht wird, die Zahl der „jüdischen Kriegswucherer, Schieber, Schleich- und KeLtenhüudler und betrügerischen HeereslieferanLen" unter voller Bezeichnung der zur Nachprüfung erforderlichen Angaben statistisch darzuftellen. Irr dem Kapitel »Auch eine Juden-