Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1921)
- Article
- Wiederholungen
- Date
- 1921-05-01
- Page
- 150 (sequence 6)
- Language
- German
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160 Jrn druische» Reich nufere Bewegung durch geistige Anregung ausbauen! Die vielen Zehntausende unserer Freunde sind uns ein Segen, aber nur dann, wenn sie wirklich Mitarbeiten, wenn sich ihre Seels unseren Bestrebungen und unserem Ziele öffnet und sie einsehen, daß das, was wir Lun, ihnen zum Heile gereicht. $ * * Wenn der Vorstand des Centralsereins beschlossen hat, in treuer Förderung jede Jugendbewegung, die für Recht, Ehre, für Kraft, für stolzes Judentum, für Vaterlandsliebe unsere Jugend eintreten läßt, zu unterstützen, so ist das ein Beschluß, den jeder unserer Freunde anerkennen Muß. Wenn der Vorstand es aber ablehnt, solche einzelnen Jugendvereine zu unterstützen, die seinem vaterländischen Empfinden in den Rücken fallen, so hat er recht und charaktervoll gehandelt. Im Vorstand des Centralvereins findet jeder irgendwie begründete Standpunkt seine Anerkennung. Aber der Centralverein ist nicht neutral und kann nicht neutral in Fragen der Grund existenz des jüdisch-deutschen Menschen sein, und diese Frage lautet: »Bist du Deutschland aufs engste verbunden oder nicht?" Wenn Jugendvereinr es ablehnen, die Zeitschrift des Centralvereins auszulegrn, weil sie zu deutsch ist, so können wir mit diesen keine Gemeinschaft haben. Ferner: wenn der Vorstand des Centralsereins die Förderung von Palästina zu einer Zeit ablehnend behandeln muß, in welcher Deutschland und das deutscheJudentum schlimmsten Mangel leidet, in welcher jüdische Krankenhäuser geschlossen werden müssen, in welcher maßgebende jüdische BildungsanstalLen dem Zusammenbruch entgegengehen, in der jüdische Lehrer ihren hohen Beruf verlassen, weil sie bei kärglichstem Einkommen nicht mehr sich und ihre Familie durchs Leben bringen können, wenn vor allen Dingen die uns tragende und fördernde Wissenschaft vom Judentum aus Mange! an äußeren Mitteln verdorren muß, so ist das nicht „Verrat am Judentum", sondern klare Erkenntnis, gegebene Notwendigkeit. Wir fordern auch hier Leidenschaftslosigkeit. Liebe hat erst dann Wert, wenn leidenschaftslose Prüfung des zu liebenden Gegenstandes vorangegangen ist. Vielleicht werden sich die vielen Freunde der Besiedlung Palästinas fragen, ob nicht nach Maßgabe dieser Erwägungen der Standpunkt unseres Vorstandes richtig ist. Wir gehen politisch schweren Zeilen entgegen. Wir sind entschlossen, für unsere Ehre, für unser Recht, für unsere sittliche und wirtschaftliche Lage mit unserer ganzen Existenz einzutreten. Der Centralverein wirb nicht versagen. Freunde, versagt auch -Ihr nicht, der Ruf geht an Euch! L. H.