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Im deutschen Reich · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. 135

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 4 (April 1921)
Article
Israels Lehre über die Beziehungen von Juden zu Nichtjuden
Date
1921-04-01
Page
135 (sequence 2)
Language
German
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Israels Lehre über die Beziehungen von Juden Su Nichrjuden 135 den, ba% der Bekiff Nichtjude kein allgemeiner, daß er für uns JsraeMen in Heiden und Bekenner der jüdischen Tochterreligion zerfällt. Die Heiden werden Nochrim (Fremdlinge), Gojim (Volker), Unrat hoolom (Nationen der übrigen Welt) genannt. Die letzteren aber, welche ebenso wie die Israeliten an die göttliche Offenbarung un dsa n die Heiligkeit der Schrift glauben, die Propheten und Psälmisten preisen und verherrlichen, tragen die Namen Nozrim (Unzaräer) und Jsmaeliten. Die Bibel und die! Apokryphen haben es nur mit Heiden zu tun, da Zur Zeit ihrer Abfassung Christen und Mohammedaner noch keine Geltung erlangt hatten. Aber auch die Mischna, Talmud, Mechilta usw. können unmöglich von ihren Beziehungen zu den Angehörigen der ältesten jüdischen Tochterreligion sprechen, da d i e s e z. Z. selbst n o ch. u m ihreExistenz kämpfen mußten. Unser ganzes Schrifttum bis zum Abschluß des babylonischen Talmuds kann daher nur Vorschriften enthalten über unsere Beziehungen zu den Heiden. Und dennoch, welche Fülle von Menschenliebe, Gerechtigkeit und Recht wird nicht in unserer hl. Schrift gegen den Nichtjuden ausgesprochen! Abraham halt getreulich den Bund, welchen er mit Abimelech geschloffen. Joseph errettet die Aegypter vom Hungertode. Moses httft den Töchtern Jtros. Josua halt seinen Eid, welchen er den Giöioniten geschworen usw. usw. Die Tosesta lehrt: Weit sündhafter ist es, einem Heiden als einem Juden etwas zu veruntreuen, da dadurch der Name Gottes öffentlich geschändet wird. In der Mischna ist zu lesen: Verachte keinen Menschen und wehre keinem heidnischen Armen, aus deinem Felde Aehren aufzulesen. Der Sifra: Der Prophet Jesaia (26/2) und der hl. Psalmist (118/20) schildern nie eine Pforte, durch welche Priester, Leviten und Israeliten allein zu Gott dem Herrn einziehen, sie steht offen den Guten. Edlen, Frommen und Gerechten aller Völker (Sifra 13). Das Buch Sohar Chodasch bemerkt: Sagt jemand zu dir „ich möchte ein Priester der Juden werden, so erwidere ihm: Freund, das geht nicht an, indem das Priestertum an Geburt und Herkunft gebunden ist; fromm und gerecht kannst du aber auch außerhalb dos Judentums, ohne Priesterkleid als Mensch sein (Midrasch Sohar Chodasch 64/1). R. Jakob Emden schrieb im vorigen Jahrhundert: „Heil uns und Heil den Bekenuern der Heilsbotschaft, wenn sie die liebevollen und menschenfreundlichen Lehren derselben stets beherzigt hätten. Dann hätten sie uns nicht Haffen und verfolgen können. Nie hätten sie dann zugeben dürfen, daß unsere Vorfahren zu Tausenden hingemordet wurden." Wir möchten mit R. Moses Chayis ausrufen: „Sollte ein Gegner der Juden der Menge das Gegenteil glauben machen wollen, so vertrauen wir der Gnade Gottes, daß sie die Schmähungen eines s o l ch e n Judenfeindes nicht a ch t e n u n d w o h l e i n s e h e n werden, daß der Grund der - s e l b e n in Lieblosigkeit, in Unglauben und U n k u n d e d e s j ü d i s ch e n Gesetzes z u suchen i st."

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