Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 4 (April 1921)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1921-04-01
- Page
- 133 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nische RmMchLA m gern, Galizien, überhaupt Polen, der Vsrfaffer wäll, mä§ anderswo die eifrigen zahlreich werden, deshalb schreibt er > sein Werkchen." Man sollte meinen, daß der Verfasser dieses Briefes reif fei fürs Tollhaus, aber er bleibt weiter Theologieprofessor und kirchlicher Würdenträger und beruft sich auf dieses famose „Gau naül" sogar in seinem gedruckten Werke „Die Polemik und das Menschenopfer des Raöbinismus". Nun gibt es vier hebräische Bücher unter dem Titel „Gan naül", eine l)ebräische Synonymik, eine Art Enzyklopädie, ein religiöses Erbauungsbuch und einen nur handschriftlich vorhandenen Kommentar zum Seser Jezirath, das aus dem 7. oder 8. Jahrhundert stammt. Selbstverständlich steht in den Büchern kein Wort von dem, was Rohling ihnen andichtet. Eine Stadt Küssow gibt es nicht, gemeint ist wohl Kossow in Galizien, wo in der Tat ein Rabbiner namens Mendel gelebt hat, allein er hat niemals ein Buch „Gan naül" veröffentlicht", sondern er ließ in Lemberg 1850 eine harmlose Schrift „Ahabath Schalom" drucken, die, wie die meisten ihrer Art, nicht zwanzißmal aufgelegt wurde, sondern unbeachtet blieb, wohl als Makulatur verkauft wurde und von der sich nur noch in der Bibliothek des Britischen Museums, die buchstäblich jeden Fetzen bedruckten Papiers aus der ganzen Welt aufbewahrt, e i n Exemplar befindet. In dem Buche "steht kein Wort von Rohlings Angaben. Dieser wird zur Rede gestellt und behauptet darauf in einer unter einem Decknamen herausgegebenen Schrift, daß Mendel in dem genannten Buche sein Werk „Gan naül" zitiere. Strack bezeichnet diese Behauptung als „einfach erlogen". — Nun bedenke man, daß die Zahl der hebräischen Bücher, die in den großen öffentlichen Bibliotheken gesammelt sind (vielfach sind sie von Juden gestiftet), sich aus nahezu 60 000 belaufen dürfte. Der Staat müßte also diese sämtlichen Schriften übersetzen laffen und diese kleine Handbibliothek so aufstellen, daß sie zu jeder Zeit jedem Dinier zugänglich sei. Mein, es gibt hebräische Druckereien in Kalkutta, Johannesburg, Algier, Damaskus, Aleppo, New Dort, San Francisco, von den StLdten Europas ganz zu schweigen. In allen diesen Druckereien werden fortwährend neue hebräische Bücher aufgelegt, die schließlich, beim heutigen Weltverkehr, früher oder später, je nach ihrem Wert, unter der ganzen Judenheit Verbreitung finden. Der Staat täte gut daran, überall Späher anzustellen, damit sie ihm jede dieser Druckschriften flugs herbeischaffen und lückenlos übersetzen. Wer kann wissen, welches jüdische Geheimgesetz in der einen oder -der anderen sich verbirg:? . . . Man sieht, es ist eine Lahre Sisyphus-AröeiL, deren sich ein Mann wie Strack unterzieht, gegen die Dinters und ihresgleichen anzukämpfen. Um so mehr Bewunderung verdient die unverzagtheit und Unverdrossenheit, mit der dieser Mann immer wieder für die Wahrheit in die Schranken tritt. Aber man versteht ihn, wenn er mißmutig ausruft: „Freilich ist das für den wahrheitsliebenden Mann ein sehr unerquickliches Tun, insonderheit, wenn er ein Mann der Wissenschaft ist; denn dann wünscht er von einer für sein Wissen und seine Ueberzeugung völlig erledigten Angelegenheit anderen Fragen, neuen Angelegenheiten sich zuwenden zu können. Wer der natürliche Widerwille gegen solches Wiederholen muß um der Wahrheit willen zurückgedrängt werden, er muß es namentlich in den Fallen, in welchen das Glauben an Unwahrheiten gefährliche Folgen haben kann oder gar haben muß. . . " Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!