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Im deutschen Reich · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. 125

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 4 (April 1921)
Article
Von Mischehen
Date
1921-04-01
Page
125 (sequence 4)
Language
German
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Jüdische Rundschau Erden ist, dem muß der Gedanke an Mischehe wie Entäußerung seines beglückendften Eigenwertes erscheinen; es sei denn — daß die geliebte Person nichtjüdischer Herkunft den Weg zum Geist des Judentums, nicht nur zu seinem Bekenntnis aus allzumenschlich-selbstischen Gründen, fand. Jüdischer Glaube, der den Hang zur Mischehe und damit die Tendenz zur Auflösung bannen soll, wird neu nur gewonnen durch frohes Rntertauchen in das Mysterium des Bundes zwischen dem Gott aller Völker und seinem erstgeborenen Sohne Israel; und der von Schauern des Heiligen Umschattete Pfad zum Anteil an solcher Bundesbrüderschaft wird über jüdisches Ritual mit seiner göttlichen Gesetztheit zu jüdischem Leben des Friedens und der Gerechtigkeit gegen alle Menschen führen. Das braucht wohl kaum erst gesagt zu werden,, daß wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile, die seitherigen Antriebe zu vielen Mischehen, in den Augen von jüdischen Menschen, deren Lebensrichtung Höchstes und Fernstes erstrebt, den Schein der Nichtigkeit wiedergewinnen werden. Zugleich aber werden durch solche erneute Juden die sozialen Unbilligkeiten im eigenen Kreise, die seither einfache, deutlich gesprochen geringbemittelte Juden und zumal Jüdinnen von jüdischer Ehe um ihres mangelnden Besitzstandes willen ausschlossen, getilgt werden. Es sei unumwunden eingestanden: Solche Erneuerung jüdischer Selbstsicherheit, gepaart mit schöpferisch-sittlichem Willen, erwarten wir nur vom neuen Geschlecht unserer Jugend. Für sie sei-daher auch hier und heute freie Bahn gefordert. Im Gedanken an diese, um Einheit und Geradheit des Wesens ringenden jüdischen jungen Menschen sei einem schwerwiegenden Bedenken begegnet, das sich in diesen Tagen bei Erörterung der innigsten Beziehungen von Mensch zu Mensch gebieterisch fragend erhebt. Aus ihrem elementargewaltigen Sehnen nach „Gemeinschaft", nach Verwirklichung des altjüdischen Ideals der Menschen-Brüderschaft wächst die Frage: Widerstreitet denn die Ablehnung der Mischehe nicht der Idee der Gemeinschaft? Ihr sei Antwort: Kamps gegen die Mischehe gründet sich gerade auf die Voraussetzung, daß die wahre Gemeinschaft der "Allheit durch uns Juden erst zu verwirklichen ist und daß diese Verwirklichung heute und morgen noch nicht möglich sein wird. ____ Jüdische Rundschau. (Der e w i g e I u d e in moderner Gestalt. — Auferstände n e s Mittelalter. — Die „Verborgene Han d". — Legende und Geschichte. — Die Geheimnisseder Juden. — Wahnsinn oder Böswilligkeit?) Es ist wichtig, das Bild zu betrachten, welches die in der letzten Zeit so mächtig anschwellende, man muß sagen: internationale antisemitische Propaganda in ganz Europa, England und Amerika vom Juden zu zeichnen sich bemüht; ein Bild, welches sich immer stärker der Phantasie der Massen in der ganzen Welt einprägt und für lange Zeit unauslöschlich zu bleiben droht, um noch den künftigen Generationen das Leben zu verbittern. Zwei Hauptzü-ge sind es, die diesem Bilde das Gepräge geben, sich aber, wie dies bei allen Phantasiegebilden der Fall Me sich >aS Bild des Hilden in der Phantasie unserer Zeitgenossen spiegett

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