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Im deutschen Reich · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. 119

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 4 (April 1921)
Article
Verband nationaldeutscher Juden und Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1921-04-01
Page
119 (sequence 9)
Language
German
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Verband nat.-deutsch.Juden u. C.-B. deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens 119 kennen will, kennt sie und weiß allerdings auch, daß es der Centralverein immer abgelehnt hat, den Maßstab desjenigen, was er für gut und schlecht hält, sich von Judengegnern vorschreiben zu lassen. Darin allerdings liegt eine grundlegende Unterscheidung zwischen uns und dem Verband nationaldeutscher Juden, daß wir uns hüten werden, unser Verhalten nach den Forderungen der „Deutschen Tagesztg." oder der „Deutschen Zeitung" einzustellen. Für unsere Ueberzeugung kommt allein das, was gut und edel ist und dem Vaterland e zum Segen gereicht, in Frage. So sind wir gute Deutsche und gute Juden zugleich. Was die „nationaldeutschen Juden" undeutschen Geist nennen, wird von führ vielen Angehörigen des deutschen Volkes durchaus als deutscher Geist angesehen. Es sei nur daran erinnert, daß z. B. den Angehörigen der Deutschen Demokratischen Partei, von der Sozia Demokratie ganz zu schweigen, fortgesetzt undeutscher Geist vorgeworfen wird. Wir werden uns hüten, irgend jemandem, von dem wir die Ueberzeugung haben, daß er es gut mit Deutschland meint, undeutsches Gefühl vorzuwerfen und werden uns daran erinnern, daß das Wort „nationale Parteien" seit etwa 40 Jahren zu einem politischen Schlagwort geworden ist, das unter der alten Herrschaft durch Absprechung der nationalen Gesinnung alle diejenigen verdächtigen sollte, die nicht mit wesentlichen Auffassungen der Regierung einverstanden gewesen sind. W i r sind unsererseits unpolitisch, indem wir deutsches Gefühl einem jeden zubilligen, der es ehrlich mit seinem Vaterland meint. Und das können Angehörige auch solcher Kreise, die heute als nicht „national" gelten. Daher können wir mit Recht Angehörige von r e ch t s u n d li n k s zu unseren Freunden zahlen. Eine weitere Entstellung der Tatsachen ist es, wenn es immer so dargestellt wird, als habe der C.-V. jemals eine Einheitsfront mit den Zionisten angestrevt. Wie in dieser Zeitschrift oft genug hervorgehoben wird, kann davon keine Rede sein. Auch der neuerdings veröffentlichte Artikel von Or. Paul Nathan über die Palästinafrage in der letzten Nummer der Zeitschrift gibt niemandem sin Recht zu behaupten, Or. Nathan habe im jetzigen Augenblick eine Einheitsfront für möglich gehalten. Wenn er Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft ausgezeichnet hat, wenn er es für unklug hält, solchen, die die Aussicht bieten, sich in unserem Sinne zu entwickeln, schon jetzt zuzurufen: „Bleibt fern von uns. Wir können niemals Zusammentreffen, auch wenn ihr — nicht wir — euch ändert!" so sind das eben Möglichkeiten — nicht mehr — die sich jedenfalls erst in einer näheren oder ferneren Zukunft verwirklichen können. Allerdings

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