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Im deutschen Reich · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. 83

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 3 (März 1921)
Article
Vom Heimatsrecht der deutschen Juden
Date
1921-03-01
Page
83 (sequence 11)
Language
German
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Dis jüdisch-nationale Heimstätte in Palästina 83 4. Es ist wahrlich an. der Zeit, daß Deutschland der KulturwelL nicht mehr das widerliche, ebenso unchristliche wie unsittliche Bild des Judenhasses unter dem fadenscheinigen Mäntelchen eines angeblichen Patriotismus und der von allen Gebildeten der Erde mit gutem Grunde verlachten Rassentheorie bietet. Deutschland braucht zum Aufbau des Zerstörten alle feine Kräfte und statt der kleinlichen Zwietracht inneren, Frieden. Statt üblen Hexereien sollten alle Deutschen der Wahrheit die Ehre geben: Die jüdischen Deutschen sind geschichtlich und kulturell in Deutschland durchaus heimatsberechtigt. v Jeder Mann von echtem Kern Sei uns Landsmann, ist er's gern — Gleich, woher die Samenzucht: Deutsches Land trägt deutsche Frucht! (Richard Dehmel.) „Die jüdisch-nationale Heimstätte in Palästina." Von Dr. Paul Nathan. Der „Jewish Chronicle" ist in den Besitz des vollständigen Textes jenes Statuts gelangt, das die englische Regierung für die Ausübung des ihr übertragenen Palästina-Mandats ausgearbeitet hat. Dieser Entwurf ist vom Rate des Völkerbundes zu genehmigen. Er mag noch einige Aenderungen erfahren; daß er aber in allen wesentlichen Punkten auch vom Rate des Völkerbundes genehmigt werden wird, ist so gut wie sicher. Man kann nicht behaupten, daß dieses sogenannte Palästina- Mandat Englands für die Entwicklung der jüdischen Frage in der Welt unmittelbar eine große Bedeutung erlangen wird. Aber nach einer Richtung hin wird dieses englische Mandat voraussichtlich eine einschneidende Wirkung sogleich ausüben. Die Stellung der verschiedenen jüdischen Parteien zueinander, insbesondere die Stellung der Zionisten zu den jüdischen Nicht-Zionisten muß sich fundamental ändern; jedenfalls sollte sie sich fundamental ändern. Die Gegensätze, die die einen von den andern trennten, haben auf absehbare Zeit jegliche Bedeutung verloren, und nach dem Grundsätzen: cessafc causa, cessat effectus, nähern wir jetzt uns dem Augenblick, da eine Einheitsfront des Judentums wieder in den Bereich naheliegender Möglichkeit rückt. Nicht die Judenfrage innerhalb der zivilisierten Welt hat durch das Mandat ihre Lösung erfahren; wohl aber die Kontroverse über die Durchführbarkeit und über die Mtzlichkeit der Durchführung des zionistischen Endziels. Als um die Osterzeit des vergangenen Jahres ein blutiger Pogrom gegen die Juden in Jerusalem sich mehrere Tage hindurch abgespielt hatte, ersuchte mich die „Neue Freie Presse" in Wien um einen Artikel, der aus Anlaß dieses Vorgangs sich über die . politische Zukunft des Heiligen Landes äußern sollte.

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