Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1921-03-01 · Heft 3 (März 1921) · p. 73

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 3 (März 1921)
Article
Vom Heimatsrecht der deutschen Juden
Date
1921-03-01
Page
73 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316912-2316915-2358401--31835-2358436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zm deutschen Reich. ZeiWW des Leuttalvereius Vevlfcher Slaaksbörger Wischen Glaudeas. Erscheint eifmaL im Jahre. Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatlrästigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung, sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XXVII.Zahrg. Berlin, März 1921. Nr. 3 Vom Heimatsrecht der deutschen Jude«. Ein Vortrag Bon Laudesrabbiner Dr. Rieger - Braunschweig.^) Die Frage, ob die Juden in Deutschland heimatberechtigt sind, ist ebenso oft verneinend wie bejahend beantwortet worden. Eine leidenschaftslose Erörterung der Frage darf also als zeitgemäß betrachtet werden. Die reine Rechtsfrage ist durch die Verfassung eindeutig dahin erledigt worden, daß die jüdischen Deutschen vollberechtigte Staatsbürger sind. Anders steht es mit der geschichtlichen und kulturellen Betrachtung der Frage, die ja die Voraussetzung ihrer staatsrechtlichen Erledigung ist oder doch sein sollte. Ein geschichtliches oder gar ein kulturelles Heimatsrecht der Juden wird von ganzen Parteien rundweg verworfen. Der Beantworter der Frage nach ihrer Heimatsberechtigung darf sich darum nicht mit dem nurgeschichtlichen Nachweis ihrer Bodenständigkeit begnügen. Er muß vielmehr den Erweis ihrer kulturellen Einbürgerung erbringen, um durch den doppelten Beweis ihr politisches Heimatsrecht zu bestätigen. l. 1. Wenn man alten Legenden Glauben schenken dürfte, fo wären die Juden schon in biblischen Tagen in Deutschland ansässig gewesen. Wissen doch Sagenbücher davon zu berichten, daß nach der Eroberung Kanaans durch Josua eintausend Männer aus dem Stamme Benjamin nach Deutschland geflohen, wo sie sich in Worms niedergelassen^. Eine scheinbare Bestätigung diese Sage erbringt ein legendarischer Briefwechsel zwischen Esra und der Wormser *) Von diesem lehrreichen Vortrag wird eine Sonderausgabe im Philo Verlag zur weiteren Verbreitung erscheinen. (Die Red.) l) In einem anonymen Midrasch, den auch David Kimchi zu Richter 20 anführt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.