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Im deutschen Reich · 1921-02-01 · Heft 2 (Februar 1921) · p. 63

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 2 (Februar 1921)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1921-02-01
Page
63 (sequence 9)
Language
German
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Vom jüdischen Lehrer im Centralverein linge, die in ihrer Heimat so bitter verfolgt werden, ausuehmlich verzweifelt ist; der Minister sei entschlossen, diesen Unglücklichen so lange ein Asyl zu gewähren, als sie sich keiner Gesetzesübertretung schuldig machen. Während des Druckes dieser Zeilen erschien im Verlag „Judäa" (Berlin W 8, Französische Straße 49) in jiddischer Sprache eine Urkundenjammlung: „Der kölsche Churöan (Untergang) in der Ukraine" von L. Chasanowits ch. Wir fomm cn auf die grauenhaften Tatsachen, die hier geschildert werdeü, noch zurück. " Verax. Vom zLdifchesr Lehrer im CerrtrslÄsreirr. Von Lehrer M. B ch loß - Gilgenburg. Die Ausführungen des Herrn Rechtsanwalts Lichtenberg im „Deutschen Reich" Nr. 7/8, 1920, muß ich als Lehrer und Mitarbeiter im Centratverein in beiderseitigem Interesse dringend befürworten. „Die soziale. Stellung des Lehrers kann entscheidend sein für die gedeihliche Fortentwicklung unserer Bewegung und damit überhaupt snc den Fortbestand des Judentums." Die soziale Stellung des Lehrers soll und m u ß dazu mitbieneu, unsere Gesamtinteressen als Juden und als Bürger des Staates zu vertreten. Und dazu ist der Lehrer -und Kultusbeamte, hauptsächlich in kleineren und mittleren Gemeinden, b e r u f e n. In den Stadtgemeindeu finden sich immer noch geeignete Kräfte, welche vermöge ihrer Stellung nrtb Vorbildung unserer guten Sache dienen wollen und können, und die den Centralverein nach innen und außen vertreten werden. Solche Männer, Vorfechter für den Centralverein, sind in kleineren Gemeinden kaum zu finden, müssen erst geworben werden. Und hier schon setzt die Ausgabe des Lehrers ein. „Die Blätter „Im deutschen Reich" müssen zum Organ des Judentums ausgestaltet werden." Wenn die Leitung dieser Blätter sich bemühen wollte, fort an ohne jede Rücksicht, den Lehrern und Kultusb-eamten aller Gemeinden unsere Blatter zusenden zu wollen, davon würde ich mir schon einen k (einen Erfolg für unsere Aufbauarbeit versprechen. Ich behaupte, daß viele Lehrer und jüdische Beamte unsere Ziele nnb Bestrebungen kaum kennen, sie müssen erst dazu heran gezogen werden. Und dem sollen nun in erster Reihe unsere Blätter dienen, welche dem Lehrer zugänglich gemacht werden sollten. Aus ihnen wird der jüdische Beamte erfahren, daß heute lediglich der Centralverein es ist, welcher die Interessen des jüdisch-deutschen Bürgers vertritt und sie verteidigt. Wo der Antisemitismus sich zeigt — schon im Keime, — muß er bekämpft werden, und zwar durch Wort und Tat, durch Flugschriften und Verteidigungsreden, durch Einsetzen unserer Person für unsere gute Sache, für unser Judentum. Das sogenannte Rationaljudentum muß verneint werden, da es uns als deutsche Bürger in Mißkredit bringt. Das sollten die Lehrer allen Gemeindemitgliedern ans Herz legen, sie mit Rem Streben, mit den Idealen und Zielen des Centralvereins bekannt machen.

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