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Im deutschen Reich · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. 30

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Article
Vom nationaldeutschen Juden
Date
1921-01-01
Page
30 (sequence 5)
Language
German
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30 Im beui-fcl.cn Reich Und ein noch besserer Prüfstein ist die Stellung be§ einzelnen zur Oftjudenfrage. Für den wirklich Nationaldeutsch fühlenden Juden gibt es nur einen Gesichtspunkt für die Entscheidung dieser Frage: das Wohl des deutschen Vaterlandes, Daß die Fremden, gegen die sich dieses Interesse kehrt, zum großen Teil Juden sind, mag in mancher Hinsicht bedauerlich sein, aber ausschlaggebend ist es nicht. Jude oder Slawe —, wer heute aus ,^Halbasien" nach Deutschland kommt, ist ein gefährlicher Gast, den zu beherbergen sich Deutschland nicht gestatten kann. Darum: Schlagbaum vor! Man mag den armen Menschen ihr Los erleichtern, wie man kann. Man mag ' mit den bescheidenen diplomatischen Mitteln, die unserem armen Deutschland noch zu Gebote stehen, dahin wirken, daß den Pogromftifteru das Handwerk gelegt werde. Man mag den Flüchtlingen die Ueberfahrt nach anderen Ländern erleichtern, die in der glücklichen Lage sind, solchen Bissen verdauen zu können. Deutschland kann es nicht, lind darum bedeutet es durchaus kein „Aufgeben des jüdischen Stammesgesühls", (richtiger: Stammesbewußtseins), wenn man in dieser Frage allein das Interesse Deutschlands entscheiden läßt. Aber es würde ein Ausgaben des Deutschtums bedeuten, wenn man aus Mitleid mit fremden Juden dem deutschen Vaterland Schaden geschehen ließe. Nachschrift. Daß diese Auseinandersetzungen mit Herrn Br. Naumann ergebnisreich. daß üc besonders stuchtdar seien, will mir n i ch t scheinen. Herr Dr. Naumann spricht gegen die jüdische Einheitsfront. Es mag nicht möglich sein, heut und morgen und übermorgen zu ihr zu gelangen; niemand erwartet das. Also eine solche Argumentation stößt offene, und zwar sperrweit offene Türen ein. Aber es gibt keine innerlich selbstsichere Neberzeugung, die nicht hoffte, den sachlichen Gegner schließlich zu sich hinüberzuziehen. Voraussichtlich schreibt auch Herr Dr. N., um seine Gegner zu entwaffnen; jeder andere Zweck wäre ein erbärmlicher. Also wozu diese Auseinande Vielleicht will Herr Dr. N. auf diese Weise sein eigenes Vorgehen rechtfertigen? Aber was will er schließlich? Er wünscht die „nationaldeutschen Juden" zusammenzusassen. Die Definition, die er vom „nationaldeutschen Juden" gibt, ist nichts weniger als scharf Umrissen und deutlich bis zum letzten. Wenn aus seinen Worten hervoraehen soll, daß der „natioualdeutsche Jude" sich fest verwurzelt mit Deutschland fühlen muß, daß er bereit sein muß, jedes Opfer für Deutschland zu bringen,, das man einem christlichen Deutschen zumuten kann, so steht er genau auf dem Boden, auf dem der Centralverein steht. Er wählt freilich neue, verschwommenere Ausdrücke für Begriffe, die seitens des Centraloereins oft schon klargestellt worden sind. Die Zusammengehörigkeit, die Unzerreißbarkeit von Deutschtum und Judentum für deutsch e Jude::, die auf dem Standpunkt des Centralvereins stehen, ist also das Eegebene und war stets und ständig das Gegebene, das unmittelbar aus unserem Programm

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