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Im deutschen Reich · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. 26

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Article
[Ohne Titel] / Verax
Date
1921-01-01
Page
26 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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26 Im deüL-schen Reich außer dem alten (aber veralteten) Moses, Jesus. Marx, Gustav Landauer und der Wunderrabbi von Sadagora! Dem Gustav Landauer wird ein besonderer Kultus gewidmet, er wird als nachahmenswertes Muster für die jüdische Jugend hingestellt. Und in demselben Kessel wird der Neo- Chassidismus gebraut, aus dem Weihrauchdünste für den Zaddik von Sadagora und seine Sippe aussteigen. Wir leben in einer sonderbaren Zeit. Ä- * Die nationale Autonomie und die Minderheitsrechte, die in der T s ch e ch o s! o w a k e i den Juden so bereitwillig zuerkannt wurden, haben sich vor einigen Wochen seltsam zu bewähren angefangen. In mehreren böhmischen Städten, besonders in Prag, tobte ein richtiger Pogrom gegen Deutsche und Juden, besonders arg wüteten die tschechischen Pogromhe-lden im alten Prager jüdischen Rathause, wo kostbare Altertümer von unschätzbarem historischen und künstlerischen Wert zerstört wurden. Das Archiv der jüdischen Gemeinde wurde vernichtet. Bevor die Tschechen Republikaner waren, haben fie oftmals Pogrome veranstaltet, aber die historischen Denkmäler und das Archiv wurden geschont. Seitdem die Gerechtigkeit und Demokratie in Prag herrschen, ist es anders geworden. Seit Ein-- führung des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen ist der nationale Friede ausgeörochen. _ Verax. „Vorn «attonaldeutschen Juden." Eine Erwiderung von Dr. Max Naumann. Das Dezemberheft dieser Zeitschrift bringt in der „Zeitschau" eine kritische Würdigung meiner kleinen Schrift „Vom nationaldeutschen Juden", die zuerst in der „Kölnischen Zeitung" veröffentlicht war und inzwischen als Broschüre im Buchhandel erschienen ist.*) Ich verkenne nicht, daß der Verfasser der Kritik sich ehrlich bemüht hat, mir Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Daß es ihm nicht restlos gelungen ist, befremdet mich nicht. Wer seit vielen Jahren gewohnt ist, bestimmte Erscheinungen unter stets gleichem Gesichtswinkel anzusehen, findet sich schwerer in eine von anderem Gesichtspunkt ausgehende Anschauungsweise, als ein ganz unbefangener und voraussetzungsloser Betrachter. Auch mir ist es noch zu einer Zeit, als mein Gefühl schon völlig geklärt war, nicht leicht geworden, mich aus dem überkommenen Gedankenkreise des Centralvereins loszulösen und die verstandesmäßige Erkenntnis dem Gefühl anzupassen. Nun meint freilich der Verfasser der Zeitschau, daß meine Ausführungen im wesentlichen nichts anderes enthalten als das, was von berufenen Sprechern des Centralvereins schon oft mit mindestens der gleichen Klarheit zum Ausdruck gebracht worden sei. Er verweist mich auf die reichhaltige Literatur, die seit Gründung des Vereins in dessen Atmosphäre entstanden ist, insbesondere auf die Schriften von Eugen Fuchs, und wirft die Frage auf, ob ich „diese und ähnliche Schriften" gelesen habe. Aus seinen Worten klingt der kaum verhüllte Borwurf, daß ich mich als Entdecker neuer Wahrheiten ausspiele, während ich im Grunde nur Altes und längst Bekanntes in anspruchsvoller Form vortrage; eine leise Andeutung *) Verlag Albert Goldschmidt, Berlin, Lützowstr. 28.

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