Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 17 (sequence 4)
- Language
- German
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Zeitschau 17 einstens, zu Zeiten des Arrtiochus Epiphanes, nur wenige ahnten, daß ein Makkabäersproß unter ihnen weilte. Aber die, die sich aufs innigste sunt dem Judentum verbunden fühlen, die wissen, daß diese Kraft doch da ist! Sie haben das Vertrauen auf ein Ueberwinden der Not niemals aufgegeben. Und zu denen, die am stärksten diese Erkenntnis haben, gehört die jüdische Jugend. Wenn mau sieht, wie regsam jüdischer Geist in der jüdischen Jugend lebt, dann fühlt man, daß ein Grund zum Verzweifeln nicht gegeben ist. Aus der Jagend quellen uns neue, rauschende, schäumende Ströme jüdischer Kraft entgegen. Wir werden diesen Kraftstrom von manchen Beimengungen reinigen müssen, wir dürfen ihm jedoch niemals seinen Weg abschneiden- Tragen wir wie zu Zeiten der Makkabäer alle unser Scherfleiu bei zu dem großen Kräftezusammenfluß, und es wird' erreicht werden, was erreicht werden muß. Diese Hoffnung ist der nie versiegende Segen, der uns aus der Erinnerung an die Makkabäerzeit kommen muß. Und nun noch einige persönliche Worte: Wenn ich hier noch einmal über die dringende Notwendig^ keit des engsten Zusammenarbeitens zwischen Älter und Jugend' in der jüdischen Bewegung, im Kampf gegen die Gegner des Judentums reden konnte, so soll der Wunsch, daß diese Verbindung glücklich hergestellt werde, zugleich ein Abschiedswunsch an dieser Stelle sein. In der Arbeit mit der jüdischen Jugend habe ich die erste Erkenntnis der ungeheuren Bedeutung des Schaffens für die jüdische Gemeinschaft kennengelernt. Wer hier mit ganzem Herzen mitgearbeitet hat, der weiß, welchen Antrieb das ganze jüdische Leben durch die Jugend bekommt. Er muß als innigsten Wunsch den nach einheitlicher Arbeit haben. Auf dieses Ziel hinzuarbeiten, muß der Wille aller Teile des Vereins sein. Wenn in nicht zu ferner Zeit dieses Blatt in anderer Art und häufiger seinen Lesern zugänglich gemacht und damit ein Wunsch erfüllt wird, der seit anderthalb Jahrzehnten sin unserem Verein rege ist, so wird die Verbindung zwischen Leitung und Lesern hoffentlich eine noch engere werden. Daß ich die Vorbereitung für diese grundlegende Umänderung noch leisten und treffen durfte, ist nur eine besondere Befriedigung. Ich nehme Abschied mit dem Wunsche, daß die Arbeit, die wir leisten, gekrönt werde durch die unbedingte Anerkennung der beiden Begriffe, die ja letzten Endes doch nur einen Begriff darstellen: deutscher Jude. Es gibt einen Weg, der allein und sicher zu diesem Ziele führt. Diesen Weg sind die Makkabäer gegangen, diesen Weg müssen wir gehen, und das, was uns zielsicher den Weg weist, ist der Wille zum I u d e n t um. . - 9..'Dezember 1920. K. A.