Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Article
- Zwei "kräftige Irrtümer" im Antisemitismus und Alldeutschtum
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
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, Zwei;,frdftige Irrtum er" im Antisemitismus und Atldeutschtum 7 sehend). Allerdings-aber ist eine so hohe Anschauung vom Göttlichen bei jenen Malaien weniger bewußt gepflegt und keineswegs so begrifflich klar bearbeitet worden, wie dies bekanntlich bei anderen Zweigen des Menschengeschlechts geschehen ist und jetzt sofort zu besprechen sein wird. Denn nun ist noch die letzte Hauptfrage ins Auge zu fassen, welche die Größe des Anteils betrifft, mit dem die verschiedenen Menschenrassen sich an der Förderung der Kultur beteiligt haben. Die Beantwortung dieser Frage, zumal in bezug auf die äußerliche Seite an der Kultur, im einzelnen geben zu wollen, würde nicht bloß das Wissensgebiet des einzelnen Forschers überschreiten, sondern auch den Leser ermüden. Ein solches Eingehen auf das einzelne ist betreffs dieser Seite an der Kultur auch nicht nötig. In bezug darauf genügt es, wenn festgestellt wird, daß alle Hauptfortschritte zu der Höhe der jetzt herrschenden Menschheitskultur von Vertretern der kaukasischen Rasse angeregt worden sind. Aber mit dieser allgemeinen Antwort würde doch ebensowenig wie der genaueren Geschichtsforschung auch dem Wissensdrang derer gedient sein, die sich gerade in unserer GegenwartZür das Thema „Rasse und Kultur" interessieren, indem sie freilich dabei vom richtigen Begriff der Menschenrasse abirren und von Ariern oder Jndogermanen einerseits und von Semiten andererseits a l s von „R affen" zu sprechen si ch erlauben.- Im- Kreise dieser unserer Zeitgenossen gibt es ja auch viele, die mit hitzigem Eifer die Behauptung vertreten, daß mindestens der Löwenanteil an der Förderung der menschlichen Kultur von der arischen oder vielmehr sogar von der germanischen „Rasse" geleistet, von Pen Semiten aber wenig oder nichts zu dieser Förderung beigesteuert worden sei. „Wie steht es damit?" lautet deswegen die Hauptfrage, die von diesen Kreisen stürmisch an den gerichtet wird, der sich an die Behandlung des Themas „Rasse und Kultur" gewagt hat. Nun, diese Kreise sollen in ihrer Erwartung, eine Antwort zu bekommen, um so weniger enttäuscht werden, als zugleich mit der Befriedigung ihrer Wißbegierde auch dem Streben der Wissenschaft nach gründlicher Feststellung des geschichtlichen Tatbestandes Genüge geleistet werden wird. Die Momente, mit denen vom semitischen Völkerkreis aus der Fortschritt der Kultur beflügelt worden ist, sind schon in bezug auf deren äußerliche Seite nicht so wenig zahlreich, wie auf der antisemitischen Seite leicht vorausgesetzt wird. Oder huldigt man mit der soeben ausgesprochenen Ansicht der sogenannten „panöabylonistischen" Neigung? Diese will ja das Euphratgebiet neuerdings zum Ausgangspunkt einer überaus großen 10), Edv. Lehmann in „Die Kultur der Gegenwart" I, 3, 1 (1906), S. 26. Beachtet die Anzeige: Philo Vertagt Verdienste der Semiten.