Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Article
- Eine Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1920-12-01
- Page
- 393 (sequence 2)
- Language
- German
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393 Eine Akademie für die Wissenschaft des Judentums 2s in der Lälmudischen, in welcher ein Literarhistoriker und ein Sprachwissenschafter arbeiten, und in die ein Lalmudisch vorgebildeter Rechtshistoriker demnächst eintreten wird; 3. in der sprachwissenschaftlichen, in welcher auf dem Gebiete der Beeinflussung des Hebräischen durch das Islamische gearbeitet wird. Soeben wird auch mit den ersten Arbeiten innerhalb der philosophischen und der religionswissenschastlichen Sektion begonnen. Ern großer Teil der Arbeiten ist so weit fortgeschritten, daß die Publikationen etwa Mitte 1921 erscheinen können. Die selbständigen Schriften werden in numerierter Folge in den „Veröffentlichungen auf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums" erscheinen, die Aufsätze in einer „Kritischen Vierteljahrsschrift für die Wissenschaft des Judentums". Daneben wird ein zweimal jährlich erscheinendes „Korrespondenzblatt", von dem eine Nummer vor kurzem herauskam (Preis 2,50 M., Verlag Kauffmann, Frankfurt a. M.), durch populär gehaltene Aufsätze und Berichts einen breiteren Kreis zu interessieren versuchen. Die gesamten wissenschaftlichen Arbeiten sind betreut von einem wissenschaftlichen Vorstand, dem angehören: ' Prof. Dr. Dessau, Berlin, Vorsitzender Prim-Dozent Dr. Läuöler, Berlin, Schriftführer Rabbiner Dr. Baeck, Berlin Prof. Dr. Baneth, Berlin Rabbiner Prof. Dr. Bloch, Berlin Prof. Dr. Cassirer, Hamburg f rof. Dr. Freimann, Frankfurt a. M. rof. Dr. Horovitz, Frankfurt a. M. Rabbiner Dr. Nobel, Frankfurt a. M. Eine Stelle ist durch das Ableben von Prof. Dr. Brann-Breslau frei. Die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Vereins werden vom Vereinsvorstand geleitet, bestehend aus den Herren: Geh. Medizinalrät Prof. Dr. Leop. Landau, 1. Vorsitzender Justizrat Leo Lilienthal, 2. Vorsitzender Prof. Dr. Albert Einstein, 3. Vorsitzender Sanitätsrat Dr. Gustav Bradt, 1. Schriftführer Prof. Dr. Otto Marburg, 3. Schriftführer I. Goldschmidt, Direktor der Nationalbank für Deutschland, 1. Schatzmeister Fabrikbesitzer Franz Pariser, 2. Schatzmeister Oskar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank, Beisitzer Geh. Justizrat Timendorser, Präsident der Großloge U. O. B. B., Beisitzer Kommerzienrat Dr. jur. h. c. C. L. Netter, Beisitzer. Den beiden Vorständen zur Seite steht ein Ausschuß (29 Herren) und eine Anzahl wissenschaftlicher Kommissionen.; Die Mittel des Vereins bestehen aus den Zinsen von Stiftungen (3) und Ablösungen der immerwährenden Mitgliedschaft (43) sowie aus den jährlichen Beiträgen der Mitglieder, welche mindestens 500 M. betragen, aber von einigen bis zu 5000 M. jährlich gesteigert worden sind (112). Förderer, deren Mindestbeitrag 100 M. jährlich beträgt, sind zurzeit 46, Das Jahresbudget für 1920 wird sich auf etwa 100006 M. belaufen, daS des. Jahres 1921 wird namentlich wegen der hohen Druckkosten und der notwendigen Steigerung der BeamtengehMer erheblich höher werden. Die allgemeine Bedeutung einer solchen Arbeit für das Judentum ist evident. Die Arbeiten sind nicht etwa weltenfern, nur für die Gelehrten bestimmt, vielmehr sind wir bemüht, unsere wissenschaftlichen