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Im deutschen Reich · 1920-12-01 · Heft 12 (Dezember 1920) · p. 378

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 12 (Dezember 1920)
Article
[Ohne Titel] / K. A.
Date
1920-12-01
Page
378 (sequence 7)
Language
German
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378 Im deu-schen. Reich Deutsche und als Juden müssen wir den Weg gehen, der dann, und nur dann, auch zur Ueberwindung der Gegner führt. ' Berlin, den 16. November 1920. K. A. Druckfehlerberichtigung. In der Juli-August-Nummer unserer Zeitschrift befindet sich in der „Zeitschau" auf Seite 236 ein sehr bedauerlicher Druckfehler. Es ist dort von der antisemitischen Tendenz der „Freideutschen Jugendbewegung" (etwa in der Mitte der Seite) die Rede. Statt „Freideutsche Jugendbewegung" muß es jedoch heißen „Jungdeutsche Jugendbewegung". K. A. Jüdische Rundschau. Kurz bevor die neue Weltepoche der jüdischen Geschichte, die Epochder Erlösung, mit dem vorangegangenen Jerusalemer Pogrom in San Nemo inauguriert wurde, spielte sich ein anderes freudiges Ereignis ab: in der Tschechoslowakei wurde die jüdische Nationalität anerkannt und ihr, entsprechend der Forderung des Versailler Vertrages, „Minderheitsrechte" und nationale (oder national-kulturelle?) Autonomie verheißen. Ein veritabler Staat, ein Erobererstaat dazu, einer der über Nacht ohne jede Mühe zum Sieger geworden' war, hat anerkannt, . und Zwar nicht nur theoretisch, sondern praktisch anerkannt, daß wir Juden nicht mehr wie bisher das obskure weltvergessene Dasein einer Religionsgemeinschaft zu führen brauchen, sondern, uns getrost Titel und Rang einer europäischen Nationalität beilegen dürfen. Als Religiönsgerneinschast waren wir die älteste innerhalb der weißen Raffe, mindestens anderthalb Jahrtausende älter als das Christentum, zwei Jahrtausende älter als der Islam. . . Kleinigkeiten! Nicht der Rede wert. Jetzt sind wir hinausgesunken zu derselben Höhe, auf der Slowaken und Slowenen, Kroaten, Litauer, Esthen, Letten, Lausitzer, Albanier undandere ehrwürdige nationale Gemeinschaften stehen. Wir brauchen nicht mehr zum brennenden unversehrbaren Dornbusch in der Wüste und zum Sinai zurückzukehren, um-unfern Ursprung zu finden', er liegt so nahe. Wir leiten fortab unsere Herkunft vom Kasino in Basel und vom Trianon irr Versailles ab. Das ist viel vornehmer und moderner. Mit Recht feierte „Haolam", das Londoner hebräische Zentralorgan der Zionisten, in einem begeisterten Leitartikel dieses Ereignis als einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur Erreichung unserer natiorralen Rechte, nach denen wir streben und für die wir kämpfen. „Eine Geschichtsepoche geht zu Ende" usw. Die Führer der amerikanischen Zionisten, Herr Louis D. Brand eis, Herr de Haas und andere, die seit einem oder zwei Jahren über ganz Israel das Zepter schwingen, sandten an den Präsidenten Masaryt eine Depesche voll heißen Dankes für diese dem Judentum der Tschechoslowakei angetane Auszeichnung. Man darf nun zuversichtlich hoffen, daß die- Prager Zionistenführer alsbald in die glückliche Lage kornmen werden, ihrerseits an den Präsidenten Wilson für die gleiche Erhöhung des Judentums in den Vereinigten Staaten heißen Dank zu drahten. Es wäre nämlich ein unerträglicher Zustand, wenn die 3,3 Millionen Juden der Union fortfahren müßten, in dem niederdrückenden Bewußtsein zu vegetieren, daß sie nichts weiter

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