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Im deutschen Reich · 1920-12-01 · Heft 12 (Dezember 1920) · p. 365

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 12 (Dezember 1920)
Article
Wandersturm
Date
1920-12-01
Page
365 (sequence 1)
Language
German
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3m deutschen Reich. Zeitschrift des Ceukralvereins deutscher Slaaksbürger Wischen Giavbens. ■ ___ Erscheint dfmol Lm Jahre. Der „Central ° Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung, sowie Ln der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) XXVI. Zahrg. Berlin, DezemLes 1920- Nr. 12 Wandersturm. Von Dr. Felix Goldmann-Leipzig. Das Wort stammt von Dr. Nathan Birnbaum! Wandersturm! Und es charakterisiert scharf und treffend die Zustände, denen die Judenheit entgegengeht, soweit sie nicht mitten in ihnen steckt. Der Pogrom ist in Permanenz - erklärt! Worte vermögen nicht den entsetzlichen Jammer zu schildern, der die Juden aufschreckt und forttreibt. Die Zahl der unter mittelalterlichen Martern — falls man int gesamten Mittelalter so abgrundtiefe VertiertherL und Gemeinheit überhaupt finden wird — zu Tode Gequälten geht in die HunderLLausende, und was an wirtschaftlichen Gütern untergegangen ist, wieviel Familienglück zerstört wurde, wird niemals genau ermessen werden können. Die Balkanisierung des Ostens seitens der Entente hat die Juden den perversen Launen blutgieriger Tiere in Menschengestalt schutzlos ausgeliefert. Die Ententeschützlinge, insbesondere Polen, haben unter den Augen ihrer kultivierten Freunde aus dem Westen mit deren stillschweigenden Genehmigung in Judenblut gewatet. Nie werde ich den Eindruck vergessen, den des Lemberger Flüchtlings Erzählung machte. Seine nächsten Verwandten waren in Gegenwart von Mitgliedern der Ententekommission ermordet worden! Zu der viehischen Rohheit der Ostvölker, denen Ungarn schon längst angehört, zu denen 'die Tschechoslowakei sich in den letzten Tagen gleichfalls zu gesellen begann, kommt die politische Erwägung der Ententeregierungen, die keinen ernstlichen Einspruch wagen,- um nicht die Ergebenheit ihrer Vasallen, der Wachthunde gegen Deutschland, zu verlieren. Und der Juden, die das klar erkennen, bemächtigt sich unendliche Verzweiflung. Wer schützt sie? Man muß die tiefe Tragik der nüchternen Tatsache begriffen haben, daß jene Völker der Welt, die angeblich für die Interessen des Rechts und der Menschlichkeit gegen das „barbarische" Deutschland das Schwert gezogen haben,

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