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Im deutschen Reich · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. 362

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 11 (November 1920)
Article
Hermann Popert: Tagebuch eines Sehenden [Rezension]
Date
1920-11-01
Page
362 (sequence 2)
Language
German
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362 Im deutschen Reich esfantes Bild dafür, daß es im Kriege Männer gegeben hat, die das Unglück richtig voraussagten, denen aber Pressezensur und BelagerungZzustand es unmöglich machten, Ansichten zu veröffentlichen, die uichr mit den Ansichten der ungekrönten Könige — der stellvertretenden Generale —,gegen die Popert scharf zu Felde zieht, übereinstimmten. Es sei daher zur Lektüre warm empfohlen. Do. Oscar Goetz-Verlin. KriegsgedenkLuch der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. HerauZgeaeben von Rabbiner Dr. Max Freudenthal. Kommissionsverlag von I. L. Schräg, Nürnberg, Preis 12 M. Das Buch bedarf keiner Empfehlung und Besprechung. Seine Blätter, die unvergängliches Zeugnis von todesmutigem, jüdischem Heldentume ablegen, sprechen für sich selber. Wie das Nürnberger Memorbuch die Namen aller derer überliefert hat, die in des Mittelalters finsteren Tagen für ihren heiligen Glauben den Märtyrertod erlitten haben, so kündet dieses neue zweite Memorbuch die Namen derer, die für ihr Vaterland im Weltkriege sich geopfert haben. An der Spitze steht die Predigt bei der Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg Gefallenen der Kultusgemeinde Nürnberg in der tzauptsynagoge am Tage nach dem Bußsabbat, §8. September 1919, hte auf Veranlassung des Bundes jüdischer Frontsoldaten pattfand. Es folgt eine Liste der Toten aus den Jahren 1914/! 919; jedem Namen ist ein kurzer Lebenslauf beigefügt. Es sind 176 Helden, Vertreter aller möglichen Berufe, Akademiker, Beamte, Kaufleute, Angestellte, Lehrer, Handwerker, die mit ihrem Herzblut für ihr deutsches Vaterland, Zeugnis abgelegt haben. Den Schluß des Buches bilden Stellen aus Briefen und Tagebüchern der gefallenen Kameraden — Dokumente von ergreifender Schönheit und Echtheit —, ba schildert ein Brief vom 12. November 1915 die Feuertaufe des jungen Kanoniers Justin Bonns, in einem Brief vom 7. August 1914 schildert Richard Friedmann seinen Eltern den ersten Ausmarsch ins Feld: „Wenn es auf die Gerechtigkeit der Sache und den guten Willen an kommt, muß dieses examen rigorosum glänzend ausfgHeit. Ich lege mein Leben in Gottes Hand. Bleibt alle gesund!" Im Sturmangriff ist ein Brief von Willy Neu an seine Eltern vom 29. November 1914 in einer Waldschlucht bei Aprsmont geschrieben: „Leider ist bei diesem Sturm ein Freund von mir, namens Samuel, zwei Tage nach seiner Beförderung zum Leutnant, gefallen. Von den Leuten, die die Sache mitgemacht haben, ist fast die Hülste" tot oder verwundet." Aus den Stellungskämpfen rührt ein Brief von Richard Wetzler vom 17. Juni 1916 an seinen Enkel, darin heißt es: „Besonders freut es mich, daß der einzige Jude, der am Unternehmen beteiligt war, ein Studiosus Frank aus dem Rheinland, neben dem Führer der Patrouille auch der einzige ist, der sich das Eiserne Kreuz 1. Klasse geholt hat. . . . Man soll' uns nicht nachsagen, daß wir hinter andern zurückstehen. Solche Beispiele können wir brauchen. Nach dem Kriege, fürchte ich, noch notwendiger wie jetzt. Es ist auch mein Grundsatz, an Pflichterfüllung mich von keinem übertreffen zu lassen." So schreibt auch Julius Schönberg im Mai 1816: „Daß es Euch nicht recht ist, daß ich den Posten hinter der Front nicht angenommen habe, habe ich mir schon gedacht. Aber ohne, wie Ihr glaubt, "mich vom militärischen Ehrgeiz leiten zu lassen, habe ich mich doch geniert, diese Stelleanzunehmen, um so mehr, als ich als Jude dann doppelt schief angesehen worden wäre. Solange es daher geht und ich die Verantwortung dafür tragen kann, will ich meinen Dienst an der Front tun. Werde ich aus eine anständige Stelle vorgeschlagen, so wird sie auch angenommen; aber mich auf schmutzige Weise drücken, könnt Ihr mir nicht nur nicht

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