Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1920)
- Article
- Der D. V. J. K. in Vergangenheit und Zukunft
- Date
- 1920-10-01
- Page
- 317 (sequence 5)
- Language
- German
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Kameraden und die jüdische Sportplatzgesellschaft Berlin 317 Beruf als eine Lebensaufgabe und nicht als eine Zwischenstufe ihres Daseins zu betrachten, und sie muffen mit dem Bewußtsein durchtränkt werden, nicht als Privatpersonen, sondern als Vertreter des Judentums ihren Dienst zu tun. Die Vereine ihrerseits werden es so wenig wie bisher an der Sicherung einer guten Existenz für die Schwestern fehlen lassen.' Aber sie müssen ihnen nicht Brot aüein, sondern auch den Geist geben, und das kann im Deutschen Verband Jüdischer Krankenpflegerinnen-, vereine nur der Geist des Judentums sein. Kameraden und vre Jüdische SPortplatzgefeAschafL Berlin. Von Patentanwalt Dipl.-Ing. H. Herzfeld, Berlin. In Nummer 26 des „Israelitischen Familienblattes" hat Herr Rektor Feiner überzeugend dargesteüt, wie notwendig es ist, die körperliche Gesundung der jüdischen Jugend durch sportliche Betätigung herbeizuführen. Er ruft nach einer starken jüdischen Sport- und Wanderbewegung. Diese Bewegung besteht bereits seit einem Jahre und hat zurzeit 57 Ortsgruppen und über, 6000 Mitglieder. Es ist dies der Reichsverband der „Kameraden", Jugendverband jüdischer Deutscher, mit seinen Unterbunden, dem Jüdischen Wanderbund „Kameraden", dem Jüdischen Sport- und Turrrbund „Kameraden" und dem Jüdischen Jugendbund „Kameraden"*). — Die Kameraden bezwecken die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend, ihre Erziehung zu selbstbewußten Juden, Festigung ihrer Liebe zur deutschen Heimat und den geselligen Zusammenschluß ihrer Mitglieder. Zu den religiösen Parteiungen innerhalb des Judentums nimmt der Kamerüderrverband keine Stellung. Nationaljüdische Bestrebungen werden von ihm abgelehnt. Der Reichsverband ist eine Jugendbewegung auf dem Boden des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, ist aber unabhängig von ihm. Es kann allen denen, die im Sinne der Feiner'schen Ausführungen sich betätigen wollen und nationaljüdische Bestrebungen ablehnen, nur geraten werden, dies im Nahmen des Kameradenverbandes zu tun. Während somit der Kern des Feiner'schen Aufsatzes nur zu begrüßen ist, muß ihm leider in einem Punkte widersprochen werden. Im ersten Absatz ist von dem geplanten Sportplatz im Grunervald die Rede als einer „unter Führung hervorragender Männer aller jüdischen Richtungen" inszenierten Bewegung. Diese Bemerkung ist unzutreffend. Herr Rektor Feiner ist offenbar wie noch mehrere andere führende Juden das Opfer einer geschickten Irreführung geworden. Die Jüdische Sportplatzgesellschaft E. V., Berlin, ist, wie bereits in Nummer 11 des „Israelitischen Familienblattes" mitgeteilt wurde, ein fast rein zionistisches Unternehmen. Weder die sieben Groß-Berliner Kameradenvereinigungen, noch dieK.C.- Verbindungen, noch der jüdisch-liberale Jugendverein, noch der Verband jüdischer Jugendvereine haben an der Gründung der Sportplatzgesellschast mitgewirkt, ja, sie haben zum Teil sogar eine Beteiligung an den Beratungen abgelehnt. Die in der Werbeschrift der Jüdischen Sportplatzgesellschaft aufgeführten Organisationen sind fast ausschließlich zionistisch.e Vereinigungen. Die der Werbeschrift beigelegte Postscheckzahlkarte lautet aus das Konto des „Jüdischen Turnvereins Barkochba", Berlin, der be- *) Anm.: Auch der Verband der jüdischen Jugendverejne Deutschlands hat eine solche Sport- und Wanderbewegung. (Die SchristlLg.)