Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 9 (September 1920)
- Article
- Notwendigkeit und Aufgaben der studentischen Ortsgruppen
- Date
- 1920-09-01
- Page
- 283 (sequence 5)
- Language
- German
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VereinsnachrichLen 282 bürg i. Br., Müncherl, Heidelberg, Bonn und Tübingen Fuß gefaßt hat, sich über eine größere Anzahl von Hochschulen erstreckt. Diese Vereine sollen freilich nicht etwa eine Art Religionsunterricht für Fortgeschrittene betreiben, obwohl übrigens bei Vorhandensein der materiellen Voraussetzungen die Wirkung von Geschichts- und hebräischen Sprachkursen usw. nicht unterschätzt werden soll. Das Hauptgewicht muß vielmehr gelegt werden auf das Eindringen und Vertiefen in die jüdische Geistesaufsassung. Das Judentum soll uns nicht eine gleichgültige Funktion irgendeiner isolierten Stelle unseres Gehirns sein, sondern das Zentrum unserer Lebensauffassung. Daher müssen wir alle an uns herankommenden geistigen Strömungen zu ihm in Beziehung setzen. Nicht daß wir jede Modephilosophie mitmachen oder die Identität gestern des Materialismus, heute des Neukantianismus, morgen des Monismus und übermorgen des Relativismus mit dem Judentum Nachweisen wollen; aber auseinandersetzen müssen wir uns jedenfalls im Namen des Judentums mit allen die heutige Welt beherrschenden Richtungen, auf rein philosophischem wie auf ethischem wie auf sozialem Gebiete. Nur so können wir zu einem v e r t i e f t e n B e k e n n t n i s zum Judentum gelangen, nur so durch positiv-jüdische Arbeit können wir uns mit starkem jüdischen Wollen erfüllen, aus dem uns die Tatkraft entspringen wird, unseren Idealen zum geistigen Siege zu verhelfen, allen Angriffen zu begegnen, uns zu erhalten, allen Gewalten zum Trotz! Sur o § it, stud. iur. et cam. VereinsnachrichLen. In Nürnberg fand am 22. April 1920 die erste ordentliche Landesversammlung statt. Der Syndikus, Rechtsanwalt Levinger, erstattete den Tätigkeitsbericht. Der Syndikus des Centralvereins, Dr. Holländer, hielt sodann ein eingehendes Referat über die Haltung der Reichswehr, unsere Haltung bei den kommenden Wahlen, über die Regelung des Besuchs der Sommerfrischen durch jüdische Gäste usw. Zu dem zu Punkt 3 „Organisation und Werbetätigkeit auf dem Lande" gehaltenen Bortrag des Rechtsanwalt Dr. Gallinger wurde folgender Beschluß gefaßt: „Die Ortsgruppen München, Augsburg, Regensburg, Ansbach, Bayreuth, Würzöurg sollen die Organisation der Gemeinden ihrer Regierungsbezirke dadurch vorbereiten, daß sie an allen von Juden bewohnten Orten, die noch keiner Ortsgruppe angehören, mit geeigneten Glaubensgenossen in Fühlung treten und einen Plan aufstellen, nach welchem diese Orte an bestehende oder zu gründende Ortsgruppen angegliedert werden sollen." Zu Punkt 4 „Ostjudenfrage" berichtete Dr. Baron über die beabsichtigte Tätigkeit der Arbeiterfürsorge für Ostjuden in München. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Dr. Fritz Baron-München, 1. Vorsitzender: Dr. Gallinger-Nürnberg, 2. Vorsitzender: Dr. Julius Heilbronmer-München, 1. Schriftführer: Dr. Leop. Frei- München, 2. Schriftführer: Lehrer Simon Dingfelder - München, Dr. Eisenmann- Augsburg, Prof. Dr. Alfred Feilchenfeld-Fürth, Jakob Kohnstamm-Nürnberg, Kommerzienrat Herm. Reitz-Würzburg, Rabbiner Dr. Salomon-Bahreuth, Dr. Eugen Strautz-Ausburg, Julius Wassermann-Bamberg, Dr. Weinberg-Marktbreit, Rabbiner Dr. Wohlgemuth-Kitzingen, Dr. Morgenroth-Bamüerg, Dr. Silberschmidt-Bad Kissingen, Bankdir. Dr. Hahmann-Amberg, R.-A. Frankenburger-Ansbach, Julius; Guggenheimer-Memmingen, S. Stern-Regensöurg, H. Forchheimer-Coburg als Beisitzer: Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!