Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 9 (September 1920)
- Article
- Emanzipation und Zionismus
- Date
- 1920-09-01
- Page
- 257 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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3m deutsche« Reich. Zeitschrift des LeMalvereias deutscher Staatsbürger Wischen Glaubens. —Erscheint eifmal im Jahre. ======: Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger Mischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staatsbürger Mischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung, sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (8 1 der Satzung des Vereins.) XXVI. Z«hrg. Berlin, SspLernber 1920. Rr. s Emanzipation und Zionismus. Wir sind in bev Lage, aas einem demnächst erscheinenden Buch von Constantin Brunner „Memscheleth. sadon", „Letztes Wort über -den Judenhaß und die Juden", nachstehendes Kapitel abzudrucken: Die Gesellschaft als Ganzes läßt niemals sich leiten von Gerechtigkeit, — entsprechend dem Charakter ihres Bewußtseins, welches ihr kein Denken, sondern nur ihr Jnteressendenken Zuläßt und im Gefolge davon Ungerechtigkeit, Hochmut und Haß, Gerechtigkeit aber nur, wenn sie ein egoistisches Interesse dabei befriedigen kann; wie denn in solchem Falle auch Judenhasser ansangen, gerecht gegen die Juden zu werden und Gefühl für sie zu bekommen — wir haben das oben besprochen, daß z. B. Heirat mit Fräulein Goldstücker eine Menschenliebe ist, woran auch der Antisemit teil hat. Judenhaß, offener und latenter — ähnlich Negerhaß und Armenierhaß, vor allem aber der Haß gegen die durch ihre Leistungen und ihre geschichtliche Stellung so hochbedeutenden Juden ist für die Denker unter den Menschen ein Mittel ohnegleichen, ihre Gattung kennen zu lernen, das wahre Verhältnis der Gerechtigkeit und der Denkurteile zu den Interessen in unsrer Gattung festzustellen, abzusagen allen idealistischen Phrasen über die Natur dieser unsrer Gattung, als schreite sie fort auf den Beinen der Vernunft und Gerechtigkeit, und sich selber auszuspüren bei jedem Urteil, ob es auch nicht etwa ein ungehöriges Jnteressenurteil oder ein überliefertes ungehöriges Jnteressenurteil, demgegenüber sie mit ihrem Gewissen noch nicht frei geworden. Denn der Denkende, der in seinem Bewußtsein das Jnteressendenken von dem Teil des wirklich erkennenden Denkens unterscheidet, kann Mtige, weil egoistisch-mteresselose Urteile bilden und hat ein wirkliches, festes, untrügliches Wissen, und darum auch ein ebensolches